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	<title>Kommentare zu: Bewältigungsstrategie 2: die schlauen Austrixer</title>
	<link>http://zukunftswerkstatt-soziale-arbeit.de/2009/07/01/bewaltigungsstrategie-1-die-schlauen-austrixer/</link>
	<description>Forum für Studies, Profs, Praktiker und alle anderen</description>
	<pubDate>Fri, 18 May 2012 23:42:15 +0000</pubDate>
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		<title>Von: m.s.</title>
		<link>http://zukunftswerkstatt-soziale-arbeit.de/2009/07/01/bewaltigungsstrategie-1-die-schlauen-austrixer/#comment-70</link>
		<author>m.s.</author>
		<pubDate>Fri, 03 Jul 2009 11:29:45 +0000</pubDate>
		<guid>http://zukunftswerkstatt-soziale-arbeit.de/2009/07/01/bewaltigungsstrategie-1-die-schlauen-austrixer/#comment-70</guid>
		<description>Hallo pils, noch mal. Ein wunderbares, besser gesagt ein wirklich trauriges  Beispiel! Ich habe für mein geplantes Schwarzbuch ja Beispiele gesammelt. Das Buch mache ich jetzt gerade für den Verlag fertig. Aber ich sehe, man sollte weiter sammeln für ein Schwarzbuch II mit weiteren Praxisbeispielen. Wenn ich so ein Thema bei mir im Seminar anspreche, kommen auch immer gleich neue konkrete Fälle zur Sprache.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo pils, noch mal. Ein wunderbares, besser gesagt ein wirklich trauriges  Beispiel! Ich habe für mein geplantes Schwarzbuch ja Beispiele gesammelt. Das Buch mache ich jetzt gerade für den Verlag fertig. Aber ich sehe, man sollte weiter sammeln für ein Schwarzbuch II mit weiteren Praxisbeispielen. Wenn ich so ein Thema bei mir im Seminar anspreche, kommen auch immer gleich neue konkrete Fälle zur Sprache.</p>
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		<title>Von: pils</title>
		<link>http://zukunftswerkstatt-soziale-arbeit.de/2009/07/01/bewaltigungsstrategie-1-die-schlauen-austrixer/#comment-68</link>
		<author>pils</author>
		<pubDate>Thu, 02 Jul 2009 07:58:33 +0000</pubDate>
		<guid>http://zukunftswerkstatt-soziale-arbeit.de/2009/07/01/bewaltigungsstrategie-1-die-schlauen-austrixer/#comment-68</guid>
		<description>Diese Situationen kenne ich nur zu gut aus der alltäglichen praxis ! ein beispiel. In einer kleinstadt in nrw betreibt ein kirchlicher träger seit den siebziger jahren eine schuldenberatung. über viele jahre wurde ein konzept entwickelt in dem der mensch im mittelpunkt der intervention stand. die schulden wurden als ausdruck von tempärer, mangelnder bewältigungskompetenz gesehen. über viele jahre wurde in dieser einrichtung gute und efolgreiche arbeit geleistet ( auch die mitarbeiter waren zufrieden, es gab praktisch keine fluktuation). die refinanzierung stand durch langfritige verträge nie zur diskussion. bis ende der 90 er jahre ! es fing an das die refinanzierung nur noch für jeweils 1 jahr genehemigt wurde. es fogte die forderung nach "qualitätsmanagement", vorlage der fallzahlen usw. viel zeit (wie auch oben berichtet)musste fortan für  das berichtsweisen, für die beantragung der finanzierung usw. aufgewendet werden. anfang der 2000 er jahre spitze sich die situation weiter zu. die refinanzierung der schuldenberatung wurde zum teil von der arge übernommen ( ein gefühlter erfolg im kampf um die refinanzierung, erstmal). es zeigte sich allerdings das nun auch die erwartungen und rahmenbedingungen einer ökonomisierten, dienstleistungsorientierten, arbeitskraftherrstellenden, humankapitalischtischen ARGE auf die schuldenberatung übertragen wurden. nunmehr dürfen nur noch alg 2 hilfebezieher die schuldenberatung in anspruch nehmen. sie müssen die "leistung" bei der arge beantragen. bei nicht einhalten der termine werden sanktionen (kürzungen in 30% schritten) verhängt. die beratung wird auf grund der fehlenden ressourcen, auch der wie oben beschriebenen zeitbudges und der steigenden "fallzahlen" in grossgruppen durchgeführt.
ja und ? 
1. es ist nichts mehr zu finden von einem ganzheitliche über jahre gewachsenen konzept für die beratung von menschen mit schulden.
2. der zugang zu der hilfe ist hochschwellig und muss sich über einen langen zeitraum und über verschiedene institutionen erarbeitet (verdient) werden. 
3. sanktionen schrecken die adressaten ab, die hilfe in anspruch zu nehmen.
4. viele der adressaten brauchen individuelle beziehungen im hilfeprozess.
5. der druck auf die mitarbeiter steigt, frust macht sich breit. die motivation sinkt, wenn nicht auch eigene konzeptionelle Vorstellungen umgestzt werden können.
6. soziale arbeit wird instrumentalisiert, im sinne einer repruduktionsinstanz für humankapital: hat der mensch keine schulden mehr ( oder ist relativ befreit von den sorgen diesbezüglich) so lässt ersich bestimmt besser in arbeit vermitteln !?!?

noch zwei punkte:
1. der träger hat die verantwortung für die mitarbeiter der schuldenberatung. natürlich fällt es schwer diese zu entlassen, nur weil die refinazierung einem zum pakt mit der ökonomie zwingt.
2.das fehlende profil und standing sowie die mangelnde gesellschaftliche positionierung der sozialen arbeit, erlaubt es natürlich auch sie in den "dienstleistungs schwitzkasten" zu nehmen und sie zum instrument einer ökonomisierten sozialpolitik, im aktivierende sozialstaat zu machen.

es grüßt
pils</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Situationen kenne ich nur zu gut aus der alltäglichen praxis ! ein beispiel. In einer kleinstadt in nrw betreibt ein kirchlicher träger seit den siebziger jahren eine schuldenberatung. über viele jahre wurde ein konzept entwickelt in dem der mensch im mittelpunkt der intervention stand. die schulden wurden als ausdruck von tempärer, mangelnder bewältigungskompetenz gesehen. über viele jahre wurde in dieser einrichtung gute und efolgreiche arbeit geleistet ( auch die mitarbeiter waren zufrieden, es gab praktisch keine fluktuation). die refinanzierung stand durch langfritige verträge nie zur diskussion. bis ende der 90 er jahre ! es fing an das die refinanzierung nur noch für jeweils 1 jahr genehemigt wurde. es fogte die forderung nach &#8220;qualitätsmanagement&#8221;, vorlage der fallzahlen usw. viel zeit (wie auch oben berichtet)musste fortan für  das berichtsweisen, für die beantragung der finanzierung usw. aufgewendet werden. anfang der 2000 er jahre spitze sich die situation weiter zu. die refinanzierung der schuldenberatung wurde zum teil von der arge übernommen ( ein gefühlter erfolg im kampf um die refinanzierung, erstmal). es zeigte sich allerdings das nun auch die erwartungen und rahmenbedingungen einer ökonomisierten, dienstleistungsorientierten, arbeitskraftherrstellenden, humankapitalischtischen ARGE auf die schuldenberatung übertragen wurden. nunmehr dürfen nur noch alg 2 hilfebezieher die schuldenberatung in anspruch nehmen. sie müssen die &#8220;leistung&#8221; bei der arge beantragen. bei nicht einhalten der termine werden sanktionen (kürzungen in 30% schritten) verhängt. die beratung wird auf grund der fehlenden ressourcen, auch der wie oben beschriebenen zeitbudges und der steigenden &#8220;fallzahlen&#8221; in grossgruppen durchgeführt.<br />
ja und ?<br />
1. es ist nichts mehr zu finden von einem ganzheitliche über jahre gewachsenen konzept für die beratung von menschen mit schulden.<br />
2. der zugang zu der hilfe ist hochschwellig und muss sich über einen langen zeitraum und über verschiedene institutionen erarbeitet (verdient) werden.<br />
3. sanktionen schrecken die adressaten ab, die hilfe in anspruch zu nehmen.<br />
4. viele der adressaten brauchen individuelle beziehungen im hilfeprozess.<br />
5. der druck auf die mitarbeiter steigt, frust macht sich breit. die motivation sinkt, wenn nicht auch eigene konzeptionelle Vorstellungen umgestzt werden können.<br />
6. soziale arbeit wird instrumentalisiert, im sinne einer repruduktionsinstanz für humankapital: hat der mensch keine schulden mehr ( oder ist relativ befreit von den sorgen diesbezüglich) so lässt ersich bestimmt besser in arbeit vermitteln !?!?</p>
<p>noch zwei punkte:<br />
1. der träger hat die verantwortung für die mitarbeiter der schuldenberatung. natürlich fällt es schwer diese zu entlassen, nur weil die refinazierung einem zum pakt mit der ökonomie zwingt.<br />
2.das fehlende profil und standing sowie die mangelnde gesellschaftliche positionierung der sozialen arbeit, erlaubt es natürlich auch sie in den &#8220;dienstleistungs schwitzkasten&#8221; zu nehmen und sie zum instrument einer ökonomisierten sozialpolitik, im aktivierende sozialstaat zu machen.</p>
<p>es grüßt<br />
pils</p>
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