TV vs. Literatur – Was stimmt eigentlich?

Gestern in der Talkrunde von Maybrit Illner (ZDF) waren u.a. Michael Hüther, der Direktor des deutschen Instituts für Wirtschaft, und Ursula v. d. Leyen zu Gast und brachten m.E. nicht ganz so nachvollziehbare Zahlen auf den Tisch.
Beide stritten ab, dass es immer mehr befristete Arbeitsverträge und auch mehr Leiharbeit gäbe. Auch die prekären Arbeitsverhältnisse (also die sog. Aufstocker, die zusätzlich zu ihrer Berufstätigkeit noch Hartz IV beantragen müssen) denen sich nicht aus.
Dann kamen für mich sehr merkwürdige Zahlen zur Sprache: 90% aller Arbeitsverträge in D sind unbefristet (da habe ich andere Erfahrungen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis); 80% aller Berufstätigen arbeiten Vollzeit und die Leute, die aufstocken müssen, arbeiten zu 75% in Teilzeit (d.h. wer Vollzeit arbeitet muss selten aufstocken).

Die beiden waren sich außerdem darüber einig, dass wir eine hohe Stabilität bei den Normalarbeitsverhältnissen (also unbefristet und Vollzeit) haben und sich auch keine Veränderung abzeichnet. Die Steigerung der Geringqualifizierten und Leiharbeiter in den letzten Jahren ist lediglich zurückzuführen auf ein Mehr an Arbeitskräften, welches jetzt auf dem Arbeitsmarkt tätig ist und nicht adäquat vermittelt werden konnte.Das Normalarbeitsverhältnis ist nicht auf der schiefen Bahn und verliert auch nicht an Bedeutung.

Wahre Fakten oder alles Zahlenspielerei? Liegen hier Galuske & Co. falsch mit ihren Beiträgen in der Literatur. Ist vielleicht doch alles nur Panikmache gerade von Sozialarbeitern?

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3 Antworten zu TV vs. Literatur – Was stimmt eigentlich?

  1. Nicole sagt:

    Den Beitrag werde ich mir auf alle Fälle noch ansehen. Ich staune immer wieder über diesen dubiosen Zahlen die auftauchen. Meines Wissens nach sind befristete Arbeitsverhältnisse heute normal und die ganzen Diskussionen um Arbeitslosigkeit und „Hartz 4“ entstehen sicherlch nicht durch einen vermeintlich stabilen Arbeitsmarkt.

  2. m.s. sagt:

    man könnte mal hier genauer nachsehen:
    http://www.jjahnke.net/arbeitjul09.html

    oder hier:
    Wohlfahrt, N. (2007): Entwicklung der Beschäftigungsverhältnisse in der sozialen Arbeit auf dem Weg zum Niedriglohnberuf? In: Enggruber, R./Mergner, U. (Hrsg.): Lohndumping und neue Beschäftigungsbedingungen in der sozialen Arbeit. Berlin 2007

  3. m.s. sagt:

    herzlich willkommen im Blog!!

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