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über den Tellerrand hinaus!

Immer wieder fällt bei mir Diskussionen auf, dass viele fachliche Probleme nie in strukturellen Kontexten gesehen werden.

Immer wieder wird versucht mit Kosteneinsparungen in der eigenen Arbeit/Einrichtung fertig zu werden- mit Kostenträgern wird aber wenig gesprochen. Oft habe ich dieses Gefühl von 2 Fronten: Die bösen SozialarbeiterInnen im Amt und die armen SozialarbeiterInnen, die noch mit Klienten arbeiten müssen.

Obwohl ich in Kooperationsgesprächen mit Ämtern immer wieder feststelle, dass die  SozialarbeiterInnen oder anderen Fachkräfte sehr wohl von den Problem wissen…nur dort wird auch versucht diese im Amt zu lösen.

Oder hat offenbar schon aufgegeben.

“Was soll ich denn da tun?” und  “Kann man denn da wirklich was machen ?” höre ich oft.

Ja ich denke schon, jede/r kann diese Themen öffentlich machen und sich in Berufsverbänden und Gewerkschaften engagieren.

Komischerweise ist so etwas offensichtlich so wenig bekannt, dass ich immer wieder erschrocken bin.

Noch viel erschreckender für mich: So oft habe ich den Eindruck, dass gar keine Kraft mehr da ist für das Wichtige…

Die Kraft um selber über den eigenen Tellerand zu schauen !

Vetrauen ist gut, Kontrolle ist besser?!

Heute habe ich erfahren, dass ein kooperierendes Sozialamt die Zahlung der Fachleistungsstunden verweigert.

Die Begründung : man könne ja nicht kontrollieren , ob die Termine und Gespräche tatsächlich statt gefunden haben und Klienten könne man ja auch nicht trauen…

Arbeitsverhältnisse:Bedingungen verbessern oder besser ablehnen?!

Ich habe das, was man als prekäres Arbeitsverhältnis bezeichen kann.

Trotzdem bin ich sehr zufrieden, da ich an meinen Arbeitsplatz auf Misstände hinweisen kann, fachliche Reflexion ist möglich und wird bezahlt, fachliche Weiterentwicklung und Psychohygiene ist möglich und wird gefördert. Ich habe eine gute Teamatmosphäre und die Arbeit macht mir Spaß.

Allerdings frage ich mich, ob ich ungünstige Arbeitsverhältnisse durch das Annehmen solcher Arbeitsverträge nicht auch immer wieder unterstütze…

Dokumentation oder Rechtfertigung?

Angeregt durch die heutige Diskussion im Diskussionscafé ist mir diese Frage deutlich geworden.

Ich finde meine tägliche Dokumentation auf Arbeit sehr wichtig. Ich kann deutlich machen , welchen Prozess ich bei einem Klienten unterstütze und auch wieviel Zeit dies in Anspruch nimmt.

Allerdings muss auch eine Planung aufweisen und mich in “Zeitbudgets” bewegen. Dazu muss ich auch die benötigte Arbeitszeit für meine Dokumentation nachweisen.

Für mich war das bisher sehr unproblematisch, da ich in dieser Spalte ebenso ein Reflexionsgespräch eintrage, als auch die Zeit die ich für die Dokumentation und Begleitung von Verwaltungsabläufen dort kenntlich mache.

Bei meinem Arbeitsplatz kann ich damit aber auch nachweisen, wenn mir die Zeitbudgets zu knapp werden und eine Lösung (dafür keine andere Aufgaben übernehmen müssen,…) mit meiner Leitung besprechen.

Alles in allem habe ich  einen sehr konstruktiven Umgang damit erlebt.

Offenbar wird dies in vielen anderen Bereichen aber anders gehandhabt und die Dokumentation scheint mir eher eine Rechtfertigung dafür zu sein, warum jemand ach so teure Arbeitsstunden in vermeintlich unmotivierte Klienten investiert.

Die Ökonomisierung lässt grüßen…

Man gewöhnt sich auch an alles?!

Ich habe heute für meine Kollegen eine Einführung in eine spezifische Fallbearbeitung in unserem Arbeitsfeld gegeben.

Zu Beginn habe ich auch kurz etwas über den theoretischen Zugang erklärt.

Erst danach ist es mir aufgefallen:

Ich habe erwähnt, dass das Konzeot ca. 35 Jahre alt ist und bestimmte Maximen immer noch nicht erfüllt sind. Obwohl es sich auf einen Bundesbeschluss stützt.  Alle haben das brav abgenickt und mir kam das selber nicht besonders bemerkenswert vor.

Nun frage ich mich - haben wir uns Tatsache schon daran gewöhnt, dass es überall Defizite gibt?

Finden wir aller Logik zum Trotz offensichtliche Mängel nicht mal mehr bemerkenswert???

Sind massive Probleme in Arbeitsbereichen der Sozialen Arbeit wirklich normal?

Transparenz mit Grenzen?!

Angeregt durch aktuelle politische Diskussionen habe ich über den eigenartigen Umgang mit Informationen nachgedacht.

Zum Beispiel höre ich öfter bei Kooperationspartnern verwunderte Nachfragen, wenn ich Klienten Information bzgl. Versorgungsstrukturen, gesetzlicher Regelungen oder Absprachen gebe.

Inhaltlich geht das alles in die Richtung, ob es denn gut sei, wenn “die” (gemeint sind Klienten) das alles wüssten usw usw.

Ich frage mich dann immer, warum denn nur?

Sollten wir nicht soweit sein, uns bewusst und konstruktiv mit den Machtstrukturen in der Sozialen Arbeit auseinander zu setzen und ist die Formulierung “verhandeln statt behandeln” nicht schon alt genug , um endlich in der Praxis angekommen zu sein?

Transparenz ist für mich ein Arbeitsprinzip, dass meiner Meinung nach keine Grenzen haben sollte- natürlich auf die Arbeitsinhalte bezogen. Ich denke nicht, dass ich das Recht habe Informationen für meine Klienten zu zensieren.

Und es zuckt sich doch was!

Hier nun endlich mal ein lange überfälliger Rückblick von meiner ersten DBSH Landesmitgliederversammlung.

Ich war zuerst ein wenig enttäuscht, weil im entsprechenden Bundesland von rund 90  Mitgliedern weniger als 10 anwesend waren.

Allerdings waren die Diskussion und die besprochenen Themen wirklich ansprechend und treffend. Da es bei dem Treffen auch um den Haushaltsplan ging, konnte sofort eine Projektgruppe zum Thema “mangelnde Reflexionsmöglichkeite” an Arbeitsplätzen gegründet und mit finanziellen Mitteln ausgestattet werden.

Ein paar mehr aktive Mitglieder könnten bestimmt noch mehr bewegen :)

Sagen sie den Sozialarbeitern doch mal…

…so fing ein Satz eines Arztes an.

Ich finde das Ganze spricht für sich…

Trotzdem bin ich leider immer wieder ein wenig schockiert, wie wenig andere Professionen von der Sozialen Arbeit wissen oder halten. Egal wie viel Fachlichkeit man jemanden entgegen bringt, und egal wie wenig Fachlichkeit jemand aus der eigenen Profession zeigt.

Kein Budget

Neulich im Büro: eine Kollegin von mir ist nach einem längeren Telefonat sichtlich genervt.

Als ich Nachfrage , gibt sie an mit einer Sachbearbeiterin der Agentur für Arbeit gesprochen zu haben. Es ging um die Abklärung der Zuständigkeit wegen der Kostenübernahme der beruflichen Rehabilitation .

Die Antwort der Sachbearbeiterin: Dieses Jahr gäbe es kein Budget mehr für diese Leistungen.

Ich frage mich immer noch wie dies bei gesetzlich verankerten Rehabilitationsleistungen möglich ist.

Rehabilitation Leidensgerecht

Ich bin Berufseinsteigerin und nun zum ersten Mal im Rahmen einer Hilfeplankonferenz auf den Begriff leidensgerechte Berufe gestoßen. Gemeint sind geeignete Arbeitsbereiche bei der beruflichen Rehabilitation.

Ich war schockiert über diese Begriff!!!

Die Idee nach einer längeren Erkrankungsphase und bei  gewissen erkrankungsbedingten Beschwerden nicht in jedem Arbeitsbereich mehr tätig sein zu können, ist mir klar .Nur nach einiger Recherche habe ich einen Leitfaden zu leidensgerechten Berufen gefunden. Darin ist mehr oder weniger ein “Katalog” aufgeführt, mit welcher Erkrankung man in welchen Arbeitsbereich tätig sein “darf”.

Wer  lieber in einem anderen Bereich rehabilitieren möchte - Pech gehabt! Dann gibt es eben keine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben!

Innerhalb des Hilfeplangespräches war es mir nicht möglich mit fachlichen Argumenten gegen diesen Blödsinn anzukommen.  Obwohl eine individuellere Lösung nicht nur sinnvoller, sondern auch weit aus günstiger für die Kostenträger wäre…

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