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8.4.2012 von m.s..
Grundprinzipien einer Öffentlichkeitsarbeit, die zur Veränderung des Bildes der Sozialen Arbeit führen soll
Vorbemerkung:
Das Bild der Öffentlichkeit, der anderen sozialen Fachkräfte und auch der Medien kann sich nur ändern, wenn die Profession und ihre Mitglieder anfangen, geschlossen, selbstbewusst, hochkompetent zu agieren und dieses nach außen zu tragen.
Die Veränderungen nach innen (Schaffung von Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl der Professionellen) sind in gewissem Sinne Voraussetzungen für die Veränderung nach außen. Dennoch bleibt nichts anderes übrig, als beide Ziele zeitgleich zu verfolgen.
Andererseits sind manche Entwicklungen nach innen auch eine Art Reflex von Erfolgen und Veränderungen der Bedeutung nach außen.
1. Öffentlichkeitsarbeit muss ernst genommen werden
Öffentlichkeitsarbeit kann man nicht so nebenbei machen.
2. Unsere Öffentlichkeitsarbeit muss wirklich unsere sein. Wir sollten Öffentlichkeitsarbeit im eigenen Interesse betreiben:
Wir müssen wegkommen von einem Verständnis, dass es bei Öffentlichkeitsarbeit darum geht, einem imaginären Kunden das eigene Produkt zu verkaufen und es deshalb so darzustellen wie auf Werbeplakaten. Weg von der Schönfärberei der Berichterstattung – an Träger und Geldgeber aber auch an Öffentlichkeit. Nur dann wird man ernst genommen, wenn man die Souveränität hat, realistisch zu sein.
Öffentlichkeitsarbeit im eigenen professionellen Interesse heißt,
Beispiele:
3. Negative Konnotation der Sozialen Arbeit bekämpfen durch positiv bewertete Begriffe
Wenn man das in der 1. Folge dieser Gedankenserie beschriebene Außenbild unserer Profession ansieht, so sind die gegenwärtig wirkenden Konnotationen: !
“wirkungslos, zu teuer, kann jeder, brauche ich nicht….”
4. Inhalte konkret, verständlich, anschaulich vermitteln
Es geht in unserer Öffentlichkeitsarbeit nicht darum, uns als Fachdisziplin darzustellen, die so akademisch und wissenschaftlich ist, dass sie keiner versteht.
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3.4.2012 von m.s..
1. Soziale Arbeit soll von der Öffentlichkeit, der Fachöffentlichkeit und der Politik sowie den Medien zur Kenntnis genommen werden.
Dabei will Soziale Arbeit Achtung und Respekt für ihre Ausbildung und ihre Leistungen erfahren.
Es gilt zu informieren über die eigene Profession in folgendem Sinne:
3. Die Öffentlichkeit soll dafür sensibilisiert werden,
Damit soll in der Öffentlichkeit eine Basis entstehen, auf der die gegenwärtigen Problemlagen und Gefährdungen, Kämpfe und Forderungen der kritischen Kräfte verstanden werden können und ihre Rechtfertigung mitgetragen wird.
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29.3.2012 von m.s..
ZIELE UNSERER IDENTITÄTSARBEIT
1. AKTEURE im Kontext der Entwicklung einer selbstbewussten beruflichen Identität als Soziale Arbeiterinnen
hat im Zusammenhang mit Berufsidentität und professionellem Selbstbewusstsein der Sozialen Arbeit eine wichtige Rolle. Je mehr sie dazu bereit ist, nicht distanziert über die Praxis zu forschen und sinnieren und sie nicht nur zu analysieren, sondern für eine wissenschaftlich geleitete, sozialwissenschaftlich geerdete professionelle Praxis ist der Fachwelt und der Öffentlichkeit gegenüber aufzutreten, des leichter wäre es für PraktikerInnen, sich als selbstbewusste Professionelle zu erleben und zu verhalten.
Die PRAXIS aber muss selber anfangen,
sich zu rühren, das eigene Selbstbewusstsein zu entwickeln und zu zeigen.
2. RESSOURCEN und WEGE
zur Entwicklung einer selbstbewussten beruflichen Identität als Soziale Arbeiterinnen
und auch jede informelle Form des Zusammenschlusses –
Vermittlungsebenen und Instanzen
Internetpräsens, die das gemeinsame Anliegn und die Identität als Sozialarbeitende stärkt
Aktionen um Präsens zu zeigen,
z.B.:
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26.3.2012 von m.s..
Das Selbstbewusstsein des einzelnen Sozialarbeitenden ist eher gering (keine vertiefte, “nur” breite Ausbildung, nur “kleiner Psychologe“…, Identifikation mit der abgewerteten Klientel, geringer Status, Einkommen zum Teil am Existenzminimum, kein Bewusstsein von der eigenen beruflichen Autonomie…, Professionelle stellen sich in der Praxis oft Laienarbeit gleich, haben Hemmungen, sich als Professionelle darzustellen.
Der Zusammenhalt als Berufsgruppe ist oft sehr schlecht. Jeder kämpft so zu sagen für sich allein. Der Organisationsgrad in Gewerkschaften ist ziemlich gering. Der Berufsverband ist den KollegInnen eher unbekannt.
Deshalb gibt es auch keinen, der für die Profession sprechen kann, der sie nach außen inhaltlich, fachlich und berufspolitisch vertreten kann.
Schon die in Sachen Soziale Arbeit „engagierten“ Gewerkschaften bilden selber die Zerrissenheit und Marginalität der Sozialen Arbeit ab, s. GEW, s. ver.di
Es gibt dagegen unglaublich viele fachspezifische Zusammenschlüsse.
Arbeitsbereiche der Sozialen Arbeit gegeneinander auszuspielen ist auf diesem Hintergrund ein Leichtes.
Es gibt kaum ein Verständnis von „der“ Sozialen Arbeit. Die meisten PraktikerInnen würden ihre Arbeit arbeitsfeld- oder zielgruppenspezifisch benennen und beschreiben. KollegInnen aus voneinander weit entfernten Arbeitsfeldern haben nicht mehr den Eindruck, den gleichen oder gar denselben Beruf auszuüben.
Die theoretischen, ethischen und methodischen Kernelemente der Profession werden von den PraktikerInnen nicht mehr wahrgenommen, bestenfalls als ein dahinterstehendes, gut gemeintes Konzept, das aber nicht trägt.
Soziale Arbeit hat deshalb nur wenig Halt in sich. Soziale Arbeit nimmt oft einfach die Form und Gestalt an, die ihr von außen angeboten oder auch vorgeschrieben wird. Es gibt kein Selbstverständnis beruflicher Autonomie.
Nicht wenige Sozialarbeitende glauben selber nicht an ihre Professionalität und arbeiten aus dem Bauch heraus mit wenig oder eher zufälliger Qualität. Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit klaffen auseinander.
Die Theorie hält sich zurück, wenn es darum geht, Praxis zu orientieren. Theorie ist außerdem natürlich selber in unterschiedliche Positionen gespalten.
Damit bleibt die Kraft und bleiben die Chancen der Theorie für die Orientierung, Profilierung der Praxis nach außen ungenutzt.
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24.3.2012 von m.s..
mit diesem Thema werde ich mich in den nächsten Blogbeiträgen befassen.
Die Öffentlichkeit sieht die Soziale Arbeit in großen Teilen so: “Soziale Arbeit kann jeder, sie wirkt nicht, ist viel zu teuer, man braucht dafür keine Ausbildung, das sind keine Fachleute, da gehe ich lieber gleich zu …
Die problematische, aktuelle Entwicklung in der Sozialen Arbeit wird deshalb auch meist als notwendige Modernisierung, als erforderliches Zurechtstutzen von Auswüchsen gesehen nach dem Motto: “Der Staat sorgt endlich mal dafür, dass diese Verschwendung aufhört….”
Die Medien verbreiten im Wesentlichen folgendes Bild: Soziale ARbeit in ihrem Alltag ist nicht interessant, sie ist nur bei Skandalen spektakulär genug. Aber sie ist geeignet sich durchaus fürs Fernsehnachmnittagsprogramm. Die Medien transportieren und bestätigen weitgehend das Bild, wie es in der Öffentlichkeit in weiten Teilen schon herrscht:
Die eigentliche Profession Soziale Arbeit wird nicht zur Kenntnis genommen, wird negiert, ihre Existenz wird unterschlagen, manchmal wird sie direkt geleugnet und ihre Leistungen werden anderen Berufsgruppen zugeschlagen.
Die kritischen und sozial engagierten Medien handeln meistens leider nicht viel anders. Hinzu kommt, dass sie - da sie die Soziale Arbeit nicht wirklich richtig wahrnehmen – auch deren Bedrohung nicht ernst nehmen und nicht kapieren, dass es sich bei der Berufsgruppe und ihren kritischen VertreterInnen um einen Teil der kritischen Bewegung dieser Gesellschaft handelt. Damit bringt sich die linke, kritische Bewegung um Akteure, die in ganz besonderem Maße von ihrem Aufgabenfeld her geeignet wären, gesellschaftliche Analysen zu leisten und Forderungen zu untermauern.
In der Politik wird die Soziale Arbeit heute als Besitzstand der Politik und der Verwaltung verstanden, die man ganz konkret zur Umsetzung neoliberaler, kostenreduzierender und neokonservativer Absichten nutzen kann.
Die kritischen Kräfte sind aus ihrer Sicht die „Ewig Gestrigen“.
Die Politik versagt der Profession ihre Autonomie, verleugnet das Doppelte Mandat – und sitzt am Hebel, weil sich Soziale Arbeit nur aus Steuermitteln finanzieren kann, da ihr AdressatInnen sie nicht kaufen können und weil ihre AdressatInnen sie auch gar nicht kaufen würden.
Da das oben beschriebene Bild in der Öffentlichkeit besteht, der Sozialarbeiterberuf in der Öffentlichkeit über kein klares Profil und über keine öffentliche Anerkennung und Achtung verfügt, da es also keine Lobby für Soziale Arbeit gibt, da die Medien die Forderungen der Politik eins zu eins umsetzen und vor allem auch, da die Profession sich nicht wehrt, sich nicht mit einer Stimme zu Worte meldet und weil sie nicht über ein professionelles Selbstbewusstsein verfügt – ist es für die Politik ein leichtes, ihre Modernisierungsabsichten durchzusetzen.
Die weitere Fachöffentlichkeit (verwandte Berufsbereiche wie Lehrer, Ärzte, Sozialrichter, Psychologen) sieht in der Sozialen Arbeit keine eigene Profession, sondern eine eklektizistische vorgehende, nur begrenzt ausgebildete Truppe, die man als Hilfskräfte einsetzen kann. SozialarbeiterInnen sind keine FachkollegInnen, mit denen man auf Augenhöhe sprechen und verhandeln wird.
Folgerung:
In den folgenden Texten möchte ich mich deshalb zunächst mit der notwendigen Berufsidentität in unserer Profession auseinandersetzen.
Anschließend mache ich mir Gedanken zu den Zielen, Aufgaben und Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit Sozialer Arbeit.
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10.8.2011 von m.s..
Was ist in England los?
Da greifen Menschen zu Chaos und Gewalt, nehmen sich “einfach”, was sie haben wollen, negieren jede Grenze und jede Regel und lassen - offenbar ohne Skrupel - über dieses Land das Chaos hereinbrechen. Die Bilder erschrecken. Man möchte nicht dabei sein. Und auch auch als Sozialarbeitende steht man mit Grausen vor dem Desaster, dass Menschen so verrohen können, dass sich Gewalt so sinnlos äußert.
Es fällt schwer angesichts der brennenden Häuser einen klaren Kopf zu behalten und kritisch zu sehen, dass hier Menschen auf Lebensverhältnisse reagieren, die ihnen nichts zu bieten haben als Armut, Ausgrenzung, Perspektivlosigkeit und strukturelle und kulturelle Gewalt, die ihnen aber gleichzeitig von früh bis spät vorgaukeln, dass das persönliche Glück das einzige Lebensziel und materieller Reichtum der einzige Sinn des Lebens sei. Die Medien und die Werbung belügen und betrügen sie von morgens bis abends und machen ihnen die Erreichbarkeit aller Konsumgüter vor. Aber sie können nicht teilhaben. Sie stehen vor dem hellerleuchteten Schaufenster des Reichtums ihrer Gesellschaft. Aber sie dürfen nicht rein. Klar, dass sie irgendwann nicht mehr einsehen, dass sie draußen stehen bleiben sollen. Sie wachsen in einer Atmosphäre der Verachtung, des Hasses und der Gewalt auf, nicht weil das alles von vorneherein in ihnen steckt, sondern weil ihnen genau so begegnet wird.
Im Grunde muss man sich wundern, dass sie so lange warten, bevor sie ausbrechen.
In Deutschland zerbrechen sich nun sofort alle Leute die Köpfe darüber, ob uns hier auch so ein Ausbruch der ausgeschlossenen, ausgestoßenen und verachteten Gesellschaftsteile bevorstehen könnte.
Eine ziemlich freche Position, finde ich, zynisch eigentlich in einem Land, w0 Integration zu einer Bringeschuld umdefiniert wurde und über Centbeträge gestritten wird, die Kinder brauchen oder nicht brauchen für eine menschenwürdige Entwicklung.
Aber dann folgt meistens gleich die Aussage: Wir brauchen mehr Polizei zm Schutz vor diesen Gewalttätern und Plünderern, vor drohenden Krawallen und Gefahren.
Wenn ich vielleicht eine Sekunde lang geglaubt haben sollte, gehofft habe, dass da also doch endlich einmal Leute sind, die zur Kenntnis nehmen, dass eine Spaltung durch diese Gesellschaft läuft, dass die Gesellschaft wirklich einen ganz schön großen Teil ihrerMenschen ausgrenzt und dass diePolitik aktiv und aggressiv an dieser Ausgrenzung beteiligt ist - schon im nächsten Moment wird mir klar:
Die Soziale Benachteiligung eines Teils der Bevölkerung wird von solchenLeuten zwar konstatiert, aber nur als logistisches Problem, als Risiko, als einzukalkulierende Störung unseres Wohlstandes und unserer Ruhe betrachtet: Wie können wir dieses Risiko eindämmen? Wie können wir uns schützen? Wie können wir möglichst präventiv solche Leute aussondern? Wieviel Polizei brauchen wir? usf. Und es wird selbstverständlich davon ausgegangen, dass dieser Ausgrenzungsprozess zwar vielleicht problematische Folgen hat, dass er aber unvermeidbar ist und in Zukunft, bei noch knapperen Mitteln, noch massiver werden könnte.
Keine, fast keine Stimme sieht die eskalierende Situation als Beweis für die Notwendigkeit, diese Ausgrenzung zu beenden,sSoziale Benachteiligung abzuschaffen, die Lebensbedingungen dieser Menschen menschenwürdig zu machen. Niemand ist bereit oder kann es sich auch nur vorstellen, dass Politik und die sie dominierende Wirtschaft die grundlegenden Ursachen dieses Risikos beseitigt, zum einen von mir aus, um sich selber zu schützen, zum anderen aber natürlich, um diesen Menschen Menschenwürde und Gerechtigkeit zu teil werden zu lassen.
Es ist tatsächlich so:
Heute geht es nicht mehr um den Schutz der Armen vor der Gesellschaft, sondern nur um den Schutz der Gesellschaft vor den Armen.
Und wo steht da die Soziale Arbeit? Wo soll und wo darf sie stehen? Und wo will sie stehen?
Unsere verrohte, unmenschliche Welt sollte sich wirklich nicht wundern, wenn es aus dem Wald so herausschallt, wie hineingerufen wurde.
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1.8.2011 von m.s..
Am vergangenen Donnerstag haben sich 16 Leute zum ersten AKS Treffen in Berlin eingefunden. Etwa die Hälfte der TeilnehmerInnen waren in Bachelor- oder Masterstudiengängen involviert, die anderen kamen aus der Praxis. Zwei Hochschullehrerinnen waren auch da.
Schön war, dass die Gruppe sich alle Zeit der Welt genommen hat, um in der Runde die verschiedenen Sichtweisen und Kritikpukte der Einzelnen anzuhören und dann auch darüber zu sprechen. Die Atmosphäre war angenehm und locker. Niemand hat versucht, sich in den Vordergrund zu spielen.(Die beiden Hochschullehrerinnen haben sich zumindest darum bemüht).
Die Gruppe hat sich darauf geeinigt, sich in Zukunft ein mal im Monat zu treffen und zwar in der Regel am letzten Montag im M0nat.
Die nächsten Termine sind:
01.9.2011 um 19.30 Uhr Kinzigstr. 9 (ausnahmsweise an einem Donnerstag)
26.9.2011 um 19.30 Uhr Kinzigstr. 9
Eine interessante Erfahrung und ein vielversprechender Start!
Die Studierenden, so fiel mir auf, waren durch die Bank unzufrieden mit den unkritischen Lehrinhalten und der oberflächlichen und neoliberal angepassten Konzeption der Sozialen Arbeit. Sie möchten sich gerne mit Fragen auseinandersetzen wie: Was ist eigentlich Soziale Arbeit, wie kann bzw. könnte sie aussehen unter anderen gesellschaftlichen und sozialpolitischen Bedingungen? Die anwesenden PraktikerInnen schlagen sich Tag aus Tag ein mit den Ärgernissen vor Ort herum: mit den prekären Arbeitsverhältnissen, unter denen sie selber leiden, mit den zu knappen Zeitkontingenten, den vorgeschriebenen methodischen Zugängen, die es kaum ermöglichen, KlientInnen wie Menschen zu behandeln und ihnen respektvoll zu begegnen usf. Sie wollten versuchen, solche Bedingungen zu bennen, dagegen Schritte zu ergreifen, die Öffentlichkeit zu informieren, sich mit der Politik und der Verwaltung darüber argumentativ auseinander zu setzen.
Auf den ersten Blick sah es aus, als gäbe es zwei verschiedene Interessenschwerpunkte, die man nicht unter einen Hut bekommen würde. In der Diskussion wurde bald klar, dass die praktischen Probleme nicht wirklich angegengen werden können, wenn die politische, theoretische und fachlich-wissenschaftliche Basis nicht wirklich geklärt wurde. Und umgekehrt macht das Herunterbrechen der theoretischen Überlegungen auf ganz konkrete Probleme und Situationen aus der Praxis diese Überlegungen erst nützlich und sinnvoll.
Die Gruppe will jetzt beides machen: sie will theoretische Fragen diskutieren und gleichzeitg immer auch gemeinsame Strategien für konkrete Probleme der Praxis erarbeiten und in die Tat umsetzen. Der Versuch, sich weiter und umfassend zu vernetzen, mit KollegInnen zu diskutieren und bei den eher Unpolitischen und Angepassten Aufklärung zu betreiben, sowie der Versuch, mit Öffentlichkeitsarbeit auf die Probleme aufmerksam zu machen, sind weitere Arbeitsaufgaben, die die Gruppe sich gesetzt hat.
Die Gruppenmitglieder waren durchweg an einer kritischen Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Sozialen Arbeit interessiert und suchten für sich dringend Gleichgesinnte und einen Ort, wo sie über diese Fragen offen und angeregt reden können.
Man kann gespannt sein, wie es weiter geht.
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13.7.2011 von m.s..
Wer vertritt Sozialarbeitende gewerkschaftlich: der DBSH, die GEW oder ver.di? Ich denke alle, jeder für sich?
Wer vertritt die Soziale Arbeit fachpolitisch : der DBSH, die Gilde Sozialarbeit e.V., die Arbeitskreise Kritische Soziale Arbeit, die Fachverbände, die Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit. ……..
Es gibt so viele Fachverbände wie Arbeitsfelder, so viele Gruppierungen wie Interessenvarianten, es gibt eigentlich niemanden, der für unsere Profession sprechen kann, wenn es darauf ankommt. Und es kommt darauf an.
Auf unserer Tagung - aufstehen - widersprechen - einmischen -
wurde viel über diese Frage und dieses Problem gesprochen und diskutiert.
Bei den festgehaltenen Ergebnissen die in den 9 Workshops erarbeitet wurden, tauchte das Thema immer wieder auf:
Zitate von den Wandzeitungen:
“Wir brauchen ein organisatorisches gemeinsames Dach, so etwas wie ein Solidarisches Bündnis Soziale Arbeit”
- Es ist wichtig, dass Soziale Arbeit mit einer Stimme spricht.
- Die Zerstückelung der Identität spiegelt sich in der Zerstückelung der Organisationen wieder.
- Wie kann man es schaffen, die Zersplitterung der Sozialarbeiterischen Organisationen und Vertretungen ohne Konkurrenz und Kämpfe, unter einen solidarischen Hut zu bekommen?
Was könnten wir dafür tun?
- Innerhalb unserer Organisationen über regionale Grenzen hinweg zusammenschließen und zusammenarbeiten.
- Im eigenen Verband, Gewerkschaft etc. aktiv werden in Richtung Vernetzung ud langfristig : Solidarisches Bündnis
- Überall Versuche von Bündnissen und Formen der direkten Zusammenarbeit verschiedenster Organisationen (DBSH, Ver.di, GEW, Gilde, AKS u.a.) herstellen.
Es geht nicht darum, dass einer von den vorhandenen Organisationen und Verbänden sich den Hut aufsetzt, sondern darum, dass wir in eine intensisve Phase der Vernetzung und Zusammenarbeit eintreten und schließlich immer wieder und immer mehr Bündnisse schließen, die als Bündnis einer solidarischen Sozialen Arbeit nach außen hin erkennbar sind und von der Öffentlichkleit und Politik respektiert werden.
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27.5.2011 von m.s..
“Ist es denn wirklich so schlimm”, fragen mich ZuhörerInnen, LeserInnen, Studierende. “Finden Sie nicht, dass sie alles nur schwarz malen. Das hilft doch keinem!”
· · “Bei uns ist es gar nicht so, bei uns können wir noch richtig gut arbeiten”.(Gut sage ich, wunderbar, seien sie froh!).
Wir haben uns anständige Bedingungen erkämpft. Jetzt können wir wirklich Soziale Arbeit machen. Es geht doch!” (Wunderbar sage ich, wie haben Sie das gemacht. Erzählen Sie, damit alle es hören, sozusagen “best practice” im Bereich Widerstand!).
Solche Reaktionen höre ich durchaus, wenn ich die Folgen der Ökonomisierung und neoliberalen Politk für unsere Profession darstelle.
Aber z.B. auch solche:
”Was solls, so ist das eben heute. Wenn wir uns darüber ständig grämen, verlieren wir noch die letzte Lust an unserem Beruf. Es ist doch auch nicht alles schlecht.
“ Wenn die mit so was kommen, dann unterlaufen wir solche Tendenzen. Wir machen einfach doch, was wir für richtig halten.”
Viele versuchen, die Wirklichkeit in ihrem sozialpädagogischen Alltag irgendwie zu verschönern, sich einzureden, alles sei gar nicht so schlimm oder man könnte z.B. doch einfach die ganze Ökonomisierung hinters Licht führen. Sie versuchen vor dem die Augen zu verschließen, was angeblich bisher nur droht oder auch auch vor dem, was ohnehin unveränderbar scheint.
Ich halte das für unangemessen.
Denn die Lage der Profession Soziale Arbeit es ist schlimm. Es stellt sich aus meiner Sicht und Erfahrung ganz ernsthaft die Frage: Sind wir noch zu retten? Bzw. müssen wir uns und die Profession retten? Es besteht nicht etwa nur eine vage Gefahr. Besteht bereits eine Notlage?
Auch wenn (noch) nicht überall die massiven Folgen von Vermarktlichung und neoliberaler Sozialpolitik in der Sozialen Arbeit zu erkennen sind gibt und wenn nicht überall alle ihre Aspektegleichermaßen deutlich zum Tragen kommen - aus meiner Sicht geht es nicht mehr nur um mögliche Gefahren, “wenn man nicht aufpasst”. Es ist schon passiert. Wir haben nicht aufgepasst?
Viele Wissenschaftler und sogar hellsichtige, kritische Vertreter der Sozialverwaltung (die es durchaus gibt) konstatieren die Tendenzen und Absichten der Ökonomisierung und die Herausforderungen des aktivierenden Staatessehr sehr wohl, stellen sie aber meist nur als mögliche Gefahren dar. Mehr sehen und sagen sie selten. Wenn man ihnen zuhört, könnte man meinen, sie möchten vor irgendwelchen, eher unwahrscheinlichen Irrungen warnen, sind aber guten Mutes, dass ihre Warnung gar nicht nötig ist. Dass es sich um Fakten, um längst eingetretene Gefährdungen handelt, bleibt im Ungewissen.
Manchmal frage ich mich deshalb, ob es „höheren Ortes“ wirklich die Illusion gibt, das sei alles noch nicht Realität, nur Gefahr?
Ich halte es für nötig, der Wirklichkeit ohne Beschönigungsversuche ins Gesicht zu sehen. Nur wenn ich die Lage begreife, sehe ich die Notwendigkeit, etwas dagegen zu tun.
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21.5.2011 von m.s..
noch ein Splitter von der letzten Ringvorlesung “Das Politische im Sozialen” an der FH Jena:
Bei der anschließenden Diskussion meinte ein Teilnehmer, dass ihn all diese Analysen und Enthüllungen immer ohnmächtiger machten.
Kollege Kessl antwortete, dass - ganz im Gegenteil - seiner Erfahrung nach Reflexion und Wissen über die Hintergründe von Problemlagen eher Mut machen und Ansätze für aktive Gegenwehr ermöglichen.
Der Frager blieb unzufrieden. Er erwartete offenbar konkrete Hilfe für den Versuch, die eigene Ohnmacht zu überwinden.
Ich musste daran denken, dass es immer wieder LeserInnen meines Schwarzbuches gibt, die sagen: “Ja, sie haben ja Recht, aber das ist einfach unerträglich. Wenn ich mich damit befasse, verliere ich die Freude an meinem Beruf oder auf meinen Beruf. Dann wird alles wertlos und sinnlos und ich fühle mich einfach beschissen. Das tut mir nicht gut. Sagen sie doch mal was Aufbauendes, was Schönes!”
Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass das gar nicht das Ohnmachtsgefühl ist, was hier so stark und so unangenehm erlebt wird. Es ist das massive und unausweichliche Unbehagen an der Wirklichkeit, die man bisher so vielleicht nicht wahr haben wollte und vor der man sich hat schützen können und der man nun gezwungen ist, voll ins Gesicht zu sehen.
Dieses Unbehagen aber ist unumgänglich. Es ist unangenehm, es setzt einem vielleicht zu. Aber es ist absolut angebracht, wenn man sich die Situation wirklich ansieht. Es ist eine durchaus angemessene Rekation auf die gegenwärtige Lage. Die kann einen nicht froh machen. Die kann einem eher Angst machen. Und solche Gefühle hat keiner gerne. Aber es kann keinem erspart werden.
Man wird in der Regel erst wach und bereit, etwas zu tun, Widerstand zu leisten, sich zu engagieren, wenn man begreift - und nicht nur mit dem Kopf, sondern mit dem ganzen Menschen- , wie problematisch die gegenwärtige Situation in der Sozialen Arbeit, in der Sozialpolitk, in der öffentlichen Meinung, in der immer weiter auseinanderdriftenden Gesellschaft ist.
Das alles ist freilich eine Situation, die nicht durch Händeklatschen oder einmal den Mund aufmachen zu beseitigen ist. Der Versuch, etwas zu ändern, kostet Kraft und braucht einen sehr langen Atem. Ohnmächtig sind wir nur, wenn wir erwarten, dass sich etwas ändern kann, auch wenn wir nichts weiter dafür tun.
Wenn man sich aber entschließt, nicht mehr die Augen zu verschließen und auch nicht mehr passiv zu leiden, dann verschwindet dieses Unbehagen und es stellt sich Empörung ein und Lust darauf, dagegen zu setzen. Und das Gefühl der Ohnmacht weicht.
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