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15.5.2011 von m.s..
kleiner Splitter aus der Diskussion der letzten Ringvorlesung “Das Politische im Sozialen” an der FH Jena:
Fabian Kessl erwähnte in seinem Vortrag, dass man manchen Widerstand im Rahmen seiner alltäglichen, fachlichen Arbeit leisten kann, dass es aber viele Themen und Möglichkeiten gäbe, die man am besten gemeinsam, etwa im Verband, in einer Gewerkschaft angehen könne.
Ein Student fragte, wieso denn in solchen Zusammenhängen immer wieder gerade die Gewerkschaften genannt würden. Die täten doch gar nichts für uns!
Da hat jemand was falsch verstanden, dachte ich.
Gewerkschaften sind keine Dienstleistungen und auch keine Instanzen, die sich fürsorglich sozusagen im allgemeingesellschaftlichen Auftrag für bestimmte Gruppen einsetzen.
Letztlich sind sie so etwas wie Selbsthilfegruppen zur Durchsetzung gemeinsamer politischer und beruflicher Interessen von Arbeitnehmern.
Nur wenn man sich dort engagiert und wenn dies viele gemeinsam tun, können sie auch etwas für uns tun. Von alleine geht das nicht. Ohne Mitglieder kann auch unser Berufsverband (DBSH) weder als Berufsverband noch als Gewerkschaft (die er ja auch ist), nur wenig Macht und Kraft entfalten.
Warum bloß tun wir eigentlich nichts für uns?
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28.3.2011 von m.s..
Im Rahmen einer Diplomarbeit, die ich betreue, recherchieren wir nach Gruppen, Veranstaltungen, Initiativen und Projekten, die sich mit kritischer Sozialer Arbeit befassen bzw. die sich als kritische Soziale Arbeit verstehen.
Es ist sehr, sehr schwer, hier einen Überblick zu bekommen. Wir haben ohnehin nicht die Illusion eine vollständige oder auch nur repräsentative Übersicht erarbeiten zu können. Aber es soll ein Anfang werden, ein erster Versuch, unsere Kräfte zu sortieren und zu bündeln.
Deshalb wäre es super, wenn LeserInnen dieses Blogs uns Hinweise und Informationen geben können. Das geht hier im Blog als Kommentar. Ihr könnt aber auch an meine mail-adresse direkt schreiben (s. Impressum) .
Danke im Voraus!
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16.3.2011 von m.s..
Folgende Aussage flatterte auf meinen Schreibtisch…
In den letzten Jahren ist eine zunehmende (vorwiegend disziplininterne) Auseinandersetzung Sozialer Arbeit mit ihrer Verwobenheit in gegenwärtige gesellschaftliche „Transformationsprozesse“ zu verzeichnen:
• Bundesweit wie regional haben sich „Arbeitskreise kritischer Sozialer Arbeit“ (AKS) gegründet, die auf je individuelle, dennoch stets kritisch-reflexive Weise eine Plattform kritischen Gegendenkens/ kritisch-solidarischen oder auch widerständigen Handelns angesichts vorherrschender sozialpolitischer Zumutungen bieten (www.kritischesozialearbeit.de);
• Auf zahlreichen Tagungen, in Workshops oder Ringvorlesungen oder auf Diskussionsveranstaltungen wird der gegenwärtige „Zustand“ Sozialer Arbeit angesichts neoliberaler bzw. neosozialer problematisiert; es wird nach Wegen und Möglichkeiten gesucht, „Kritik“ zu üben, Soziale Arbeit aus dem Schatten der Sprachlosigkeit zu holen und sich offensiv politisch zu positionieren;
Zahlreiche Veröffentlichungen (u.a. im Rahmen der „Widersprüche“ oder der VS Verlagsreihe „Perspektiven kritischer Sozialer Arbeit“ ), insbesondere das von Seithe veröffentlichte „Schwarzbuch Soziale Arbeit“ oder die vom Wiener Verein kriSo her-ausgegebene Sonderband „Kritische Soziale Arbeit“ der Zeitschrift „Kurswechsel“ räumen der o.g. Thematik breiten Raum ein;
• In Bremen hat sich mit dem „Bremer Institut für Soziale Arbeit und Entwicklung e.V.“ ein Forschungsinstitut gegründet, das sich explizit kritisch-politisch verortet und positioniert (www.bisa-bremen.de).
• In Wien stößt der Verein „kriSo“ seit einigen Jahren kritische Praxisreflexion und einen intensiven Transfer zwischen den unterschiedlichen Akteuren in Wissenschaft wie Praxis Sozialer Arbeit und (lokaler) Politik an (www.kriso.at).
• Über das Internet wird ein umfangreicher Newsletter („Hochwasser Kinderschutz“ von Klaus Wörsdörfer) verschickt, Mechthild Seithe stellt mit ihrem blog „Soziale Arbeit –Zukunftswerkstatt“ eine Plattform für kritischen Austausch zum Mitmachen online (http://zukunftswerkstatt-soziale-arbeit.de/)
• ….. sicherlich noch vieles mehr!
Wenn man anfängt, gezielt zu suchen, wird man erstaunlich fündig!
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12.3.2011 von m.s..
Am 13. und 14. Mai 2011
findet der der Hochschule Magdeburg-Stendahl
am Standort Stendahl der DBSH Kongress statt unter dem Titel:
“Sind wir noch zu retten?”
- Quo vadis Kinder- und Jugendhilfe
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9.3.2011 von m.s..
………….Unsere Tagung im Juni in Berlin nimmt langsam Formen an. Unser Logo steht. Ab 11. 3.2011 läuft die Anmeldung. Über www.einmischen.com sind alle Informationen abzurufen. Über diese Website läuft auch die Anmeldung.
Entstanden ist diese Tagung sozusagen durch mein Schwarzbuch und seine Resonanz. Fast alle, die mitmachen, habe ich durch das Schwarzbuch kennen gelernt, auch meine Mitveranstalterin. Uns wurde klar: Es gibt so viele Leute, die was machen wollen. Also los: aufstehen, widersprechen, einmischen!
Ganz stolz sind wir darauf, dass alle WorkshopleiterInnen ohne Weiteres bereit waren, umsonst zu arbeiten – aus Solidarität und weil es ihnen wichtig ist, dass endlich etwas passiert.
Auf diesem Wegen ihnen allen noch einmal herzlichen Dank.
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9.3.2011 von Alex.
Hallo liebe LeserInnen, hallo m.s.,
ein Freiwilligendienst muss freiwillig bleiben. Warum ich das sage?
Ganz einfach:
Wenn der Freiwilligendienst beispielsweise zur Prüfung der Arbeitsbereitschaft/ Verfügbarkeit im Rahmen der SGBs (insbesondere SGB II, III) verwendet würde, dann wäre er für diese Personen nicht freiwillig, sondern ein Druckmittel der Verwaltung.
Freiwilligkeit muss auch für Bezieher von Transferleistungen gelten - sonst wäre es mit ihr nicht weit her und ein Freiwilligendienst würde aller Sozialpolitik im Rahmen von “Dressur zur Arbeitswilligkeit” in die Arme spielen!
Deshalb müsste der Freiwilligendienst meiner Ansicht nach auch eine verknüpfende Änderung in den SGBs II und III im Rahmen der Verfügbarkeit nach sich ziehen. Bspw. denke ich dabei an folgenden Wortlaut:
Die Arbeitsbereitschaft/ Verfügbarkeit ist nicht allein deshalb auszuschließen, weil ein Leistungsempfänger/ Arbeitsloser (…) einen Freiwilligendienst ablehnt.
Oder was sagen Sie dazu? Verehrte LeserInnen?
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5.3.2011 von m.s..
Klar, unpolitische Soziale Arbeit gibt es nicht.
Das geht gar nicht, denn Soziale Arbeit ist selber praktizierender Teil der Sozialpolitik und von Politik vielfältig abhängig. Und gleichzeitig muss sie sich selber immer wieder entscheiden, wie und für wen sie Soziale Arbeit machen will, ob sie parteilich ist für die Menschen, mit denen sie zu tun hat oder ob sie sich einfach an die Anforderungen anpasst, die das System gerade an sie stellt – egal, was das für die Menschen heißt. .
Wenn wir trotzdem von „unpolitischen Sozialarbeitenden“ reden, dann ist damit gemeint, dass Sozialarbeitende sich anpassen, einfach mitmachen, sich nicht wehren oder sich ducken, die Probleme unserer Profession einfach nicht zur Kenntnis nehmen (wollen) und so tun, als könnten sie wirklich neutral bleiben….
In den 68er war es aus meiner Sicht genauso „normal“, politisch zu sein, wie es heute normal zu sein scheint, unpolitisch zu sein. Aber wie es damals auch unpolitisch denkende SozialarbeiterInnen gab, so gibt es auch heute politisch denkende VertreterInnen unserer Profession.
Aber wie viele sind das? Sind es nur ein paar verlorene Typen, die man an mehreren Händen abzählen kann? Oder sind es viele? Und gibt es Organisationen und Gruppen, in denen kritische Sozialarbeitende gemeinsam arbeiten, um Veränderungen durchzusetzen?
Es ist bekannt, dass der Organisationsgrad Sozialarbeitender eher gering ist, sowohl in den Gewerkschaften wie auch im Berufsverband. Aber gibt es noch andere Orte, an denen kritische Sozialarbeitende sich versammeln und gemeinsame Strategien erarbeiten?
All das möchten wir gerne herausfinden. Deshalb befragen wir (Anne M. und ich) gerade Leute, die uns bekannt sind und die wieder andere kritische SozialarbeiterInnen oder entsprechende Gruppen kennen.
Vielleicht können wir so einen Eindruck von der Wirklichkeit aktueller, kritischer und politisch denkender Sozialer Arbeit machen. Vielleicht können wir mit den Ergebnissen dazu beitragen, dass sich Menschen und Gruppen kennen lernen und vernetzen.
Nur gemeinsam sind wir stark!
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2.3.2011 von m.s..
Über
diese traurige Nachricht möchte ich nicht schweigend hinweg gehen.
Kollege Galuske war mit seinem Buch “Flexible Sozialpädagogik” für mich vor Jahren derjenige, der mich wieder aus einer Art unpolitischer Ohnmacht heraus geholt hat. Ich bin ihm dafür sehr dankbar.
Es ist schlimm, wenn Menschen so früh und vorzeitig gehen. Wir hätten ihn weiterhin dringend gebraucht.
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2.3.2011 von m.s..
ein spannendes, hoch aktuelles und bewegendes Buch zur Flüchtlingsfrage:
Hanna Diederich:
Mellila. Transit oder Endstation.
Europäische Abschottungspolitik
und ihre Folgen für die Flüchtlinge.
Brandes und Apsel (Frankfurt) 2009
ISBN 978-3-86099-616-4 19,90 Euro
hier gehts zur socialnet Rezension
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31.1.2011 von m.s..
Im Rahmen meiner Kooperation mit der Berliner Sozialpädagogin, von der ich im Oktober berichtete, ist inzwischen etwas Verheißungsvolles entstanden:
Am 17. und 18. Juni 2011 veranstalten wir in der Pumpe e.V. die erste Berliner Tagung Kritische Soziale Arbeit mit dem (ein wenig in Dresden abgeguckten :-)) Titel:
aufstehen - widersetzen - einmischen!
Gemeinsame Wege aus der neoliberalen Falle
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Wir werden 9 spannende workshops anbieten, die versierte, kritische SozialpädagogInnen (die meisten aus der Praxis) leiten werden. Es geht in den workshops um die Analyse der gegenwärtigen Situation, aber ebenso um die gemeinsame Erarbeitung von Möglichkeiten, sich gemeinsam zu wehren.
Wie können wir im Kleinen und auch im Großen Widerstand leisten? Wir wollen endlich als Profession und als SozialpädagogInnen nicht mehr zu allem schweigen, sondern uns einzumischen und den Mund aufmachen: in der Teamsitzung, am Kantinentisch in der Mittagspause, in Leserbriefen und Blogs, in Gremien und auf Tagungen, in Organisationen und Medien.
Die Diskussion, der Erfahrungsaustausch, das Knüpfen von Kontakten, die gemeinsame Erarbeitung von Strategien und Lösungswegen, das alles steht für uns im Vordergrund. Vorträge gibt es nur wenige. Die Hauptakteure werden die TeilnehmerInnen sein.
Alle WorkshopleiterInnen und ReferentInnen arbeiten ohne Vergütung, aus Solidarität, weil es auch ihnen wichtig ist, dass wir endlich anfangen, uns zu bewegen. So können wir einen akzeptablen und für jeden erschwinglichen Teilnehmerbeitrag von vorauss. 45 Euro für beide Tage zusammen halten.
Wir sind schon online: www.einmischen.com oder www.einmischen.info
Ihr könnt euch auch noch an den Vorbereitungen und den anfallenden Arbeiten beteiligen!
Dieses Blog lesen inzwischen täglich inzwischen fast 400 Leute (könnten natürlich noch mehr werden
), da wird doch jemand dabei sein, dem dazu was einfällt?
..
P.S. Das Foto zeigt eine Brunnenfigur aus Freyburg an der Unstrut
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