Diskussions Café
hier geht es zu den Beträgen im Diskussions-Café
Neues aus der FH-Jena:
das erste Diskussions Café (ganz in studentischer Hand):
Es war ein langer, gemütlicher Diskussionsabend mit ca. 15 Gästen, davon einige schon im Beruf kurz nach dem Examen bei uns.
Stimmen zum ersten studentischen Diskussions-Café:
J.St.
Ich habe gestern Abend das Diskussionscafé besucht. Zunächst war ich etwas skeptisch/unsicher, “im Angesicht der höheren Semester”…dennoch war es eine sehr interessante Veranstaltung, besonders der zweite Teil war für mich sehr informativ und ich konnte auch viel mitnehmen.
Wie bereits schon gegen Ende der Veranstaltung festgestellt wurde, sollten für das nächste Thema unbedingt mehr bachelor-Studenten anwesend sein.
(Das wollte ich nur noch loswerden=o)
St.B.
Ich finde es prinzipiell sehr gut, dass im Rahmen eines Diskussions Cafè versucht wird, durch die Sensiblisierung der StudentenInnen der weiter voranschreitenden Deprofessionalisierungstendenz in der Sozialen Arbeit entgegenzuwirken! Ebenfalls begrüße ich es, dass ProfessorInnen bemüht sind, eine (Re-)Politisierung des Fachbereiches und damit der Sozialen Arbeit zu verwirklichen und die StudentInnen auf die (enormen) Schwierigkeiten in der Praxis aufmerksam zu machen, die sich aus den neoliberalen Entwicklungen und der Ökonomisierung der Sozialen Arbeit ergeben. Ich hoffe, dass das Diskussions Cafè dazu beitragen kann, Widerstandskräfte zu entwickeln, die es ermöglichen, gemeinsam (solidarisch) gegen den momentanen kapitalistischen Sumpf zu schwimmen, ohne dabei selbst unterzugehen! Deshalb ist mein Wunsch für zukünftige Treffen zum Diskussions Cafè, dass wir nicht nur in Diskussionen verweilen, die die Probleme sowohl praktisch (als auch theoretisch) Beschreiben, sondern die eine Plattform schaffen, von der aus wir dann auch (gemeinsam) entsprechend handeln und aktiv werden können. Von daher wünsche ich mir auf der Grundlage eines faktischen und theoretischen Inputs bzw. (erarbeiteten) Wissens, dass sich der gemeinsame Unmut über die Zustände in Handlung(en) umsetzt. D.h. als konkrete konstruktive Kritik für die weiteren Diskussions Cafès: ein etwas mehr an theoretischen und faktische Stimuli zum Einstieg, ein wenig mehr an Struktur - die nicht lähmend für die lockere Atmosphäre ist - und eine Art Zielformulierung: Was soll rückblickend über das Diskussion Cafè festgehalten werden können? War es hilfreich, Bildungsprozesse über eine kritische Theorie der Sozialen Arbeit in Gang zu setzen, die dazu beigetragen haben, Widerstandskräfte zu entwickeln? Dies wäre ein hervorragender Anfang! Oder hat es sogar dazu geholfen, dass sich der Unmut und die Sorge über die aktuellen Entwicklungen der (Menschenrechts-)Profession Soziale Arbeit - bzw. in der Gesellschaft im Allgemeinen - zu einer Bewegung formieren, die, von der Disziplin initiiert, über die Profession (Praxis), aktiv gegen die Deprofessionalisierung der Sozialen Arbeit und die verschärften neoliberalen (und kapitalistischen) Auswüchse vorgeht und Alternativen anbietet, sodass eine Form sozialer Gerechtigkeit entsteht, die über Leistungs- und materielles Denken hinausgeht!
so fing es an:
Veranstaltung “Meine Rechte im Beruf” — gemeinsam zur Wehrsetzen gegen Prekariat und Deprofessionalisierung vom 5.5.2010 in unserem Fachbereich

Das Diskussionscafé wurde durch eine Arbeitsgruppe aus StudentInnen und Prof. Seithe initiiert.
Das Thema der Veranstaltung fokussierte die spätere Berufssituation, die sich für die werdenden Sozialarbeiter/ -päd. deutlich vom Studium unterscheiden wird (so die These).
Dieser Unterschied resultiert nach Ansicht der Arbeitsgruppe u.a. aus prekären Arbeitsverhältnissen, mangelnder Fachlichkeit, Einzelkämpfertum, Ortswechsel etc. Mit Vertretern von GEW, ver.di und DBSH, StudentenInnen des Fachbereichs Sozialwesen und BerufsanfängerInnen wurde über aktuelle Probleme in der Sozialen Arbeit diskutiert. Prekäre Arbeitsverhältnisse, das schlechte Image Sozialer Arbeit, die Frage, wie sich qualitative Soziale Arbeit gegen die zunehmenden Ökonomisierungs-strategien durchsetzen kann und die Frage, ob und wie Berufsverbände und Gewerkschaften dazu stehen und wie man an diese rankommt, waren zentrale, durch die AG initiierte, Themen in der Diskussion. Dass diese Probleme auch schon bei Studierenden in der Fachhochschule vorhanden sind, zeigte sich in der Diskussion besonders bei dem Beispiel der unbezahlten Praktika.
Auch die mangelnde Präsenz der berufspolitischen Verbände und damit auch das mangelnde Wissen über das Tun der Gewerkschaften bzw. des Berufsverbandes und die Möglichkeiten, die sie uns bieten, wurde deutlich.
Nach einer Kaffee- und Kuchenpause wurde dann über Handlungsmöglichkeiten gesprochen. Ein “Man-Nehme-Rezept” wurde natürlich nicht gefunden, jedoch kamen viele Anregungen zur Sprache, die auch uns am Fachbereich betreffen. So könnte es beispielsweise Folgeveranstaltungen geben, eine erweiterte Arbeitsgruppe, möglicherweise auch Seminare, die das Thema Berufspolitik wieder stärker fokussieren. Das Engagement für ein bezahltes Praktikum könnte vor Ort als praktischer Aufhänger mit konkretem Ziel dienen. Darüber hinaus gab es Beiträge zum Organisationsgrad Sozialer Arbeit. Der Kampf um adäquate Arbeitsbedingungen (aus finanzieller und fachlicher Hinsicht) setzt eine öffentliche Debatte voraus. Hierzu reicht es sicherlich nicht aus, wenn sich “nur” jeder einzelne in seinem Einflussbereich für eine wohlverstandene Soziale Arbeit einsetzt.
Wir brauchen gemeinsame Ziele, vielleicht eine politische Bewegung, damit deutlich wird, was Qualität in der Sozialen Arbeit eigentlich bedeutet. (N.D.)
Zwischenbilanz nach der Veranstaltung am 5.5.2010:
Inzwischen hat die AG FISCH neue aktive Mitglieder bekommen. Wir freuen uns darüber!
Die AG wird nun zunächst die Veranstaltung am 5.5 auswerten. In diesem Forum werden wir Berichte und Gedanken zur Veranstaltung veröffentlichen und evtl. aus dem vorhandenen Filmmaterial einen Info-Film schneiden. Danach werden wir Ideen entwickeln, wie es weitergehen kann. Wir werden uns weiterhin für gemeinsame Aktivitäten gegen Prekariat und Deprofessionalisierung einsetzten. Unsere Pläne und Ideen werden hier ins Forum gestellt.
Am 10.6. findet in unserer FH z.B. eine Informationesveranstaltungdes DBSH zum Tarifrecht in der Sozialen Arbeit statt.
Generell wollen wir zwei Anliegen verfolgen:
1. Eine Vertiefung und Verbreiterung der Arbeit innerhalb unseres Fachbereiches.
Insbesondere erscheint uns wichtig, dass mehr Bachalors und generell mehr jüngere Semester einbezogen werden, die unsere Arbeit fortsetzen wollen. Außerdem werden wir uns darum bemühen, dass diese Themen in unserem Fachbereich verstärkt Gegenstand von Seminaren, Veranstaltungen, Projekten und Reflexionen werden.
2. Vernetzung unserer Arbeit in der FH mit PraktikerInnen. Es sollen Verbindungen entstehen, die es ermöglichen als Ehemalige mit den noch Studierenden Kontakt zu halten und gemeinsam Strategieen für eine politische und kritische Soziale Arbeit zu entwickeln. Hier erwägen wir die Herausgabe eines öffentlich zugänglichen Blogs.
Start im neuen Wintersemester 10/11
Wir werden regelmäßig und in ganz lockerem Rahmen an jedem 2. Dienstag im Monat um 18.30 Uhr ein Diskussions-Cafe veranstalten und dort mit euch aktuelle Fragen zur Profession Soziale Arbeit und zum Studium Soziale Arbeit diskutieren. Der erste Termin ist am 19.10. 2010. Es bei diesem ersten Termin um fogendes Thema gehen:
“Soziale Arbeit, was ist das? was war das? was wird das? was soll das sein?”
Die aktuellen Themen und der Ort des Diskussions-Cafés werden auf unserem Plakat im Schaukasten ausgehängt.