man kann nicht davon laufen …

Ich steht kurz vor meinem Urlaubsstart. Wir haben uns den einsamsten, fernsten Ort in der Bretagne ausgesucht und von Menhiren und Calvarienbergen geträumt, von smaragdgrünem Meer und von Hortensienbüschen…

kleinfinistere5.jpg
.

Aber meine Studentin Andrea war eben genau dort und schrieb mir Folgendes:

“Ansonsten hat man die übliche Wahl zwischen kommerziellem Tourismus inclusive Vermarktung bretonischer Sanges- und Tanzkünste, die inzwischen auch in die verborgensten Winkel von Finistere vorgedrungen ist und karg-schmuddligen (Armuts-) Ecken, deren Einöde sich in den Gesichtern der verbliebenen Restjugend abzuzeichnen beginnt  oder in den Gesichtern zahnloser Individuen am Nachbartisch mit alkoholverhangenen Augen. In den von mir so geliebten Supermarches kann man depremierende Sozial- und Familienstudien betreiben.”

Außerdem haben wir inzwischen mit Staunen festgestellt, dass wir just da das Meer genießen wollen, in den 70er der Frachter Amoco Cadiz sank und für die Bretagne eine Ölkatastrophe brachte.
Also, so ist das:
Man kann weder den sozialen noch den ökologischen Problemen dieser Welt entkommen.
In diesem Sinne liebe Grüße an alle daheim gebleibenden LeserInnen meines Blogs.


Über m.s.

Ich war 18 Jahre Professorin für Soziale Arbeit an der FH Jena (Methoden, Hilfen zur Erziehung, Schulsozialarbeit). Davor war ich 18 Jahre in der Praxis. Studiert habe ich Psychologie in Münster und Soziale Arbeit in Frankfurt a.M. Bücher: Schwarzbuch Soziale Arbeit Engaging Hilfe zur Erziehung zwischen Professionalität und Kindeswohl Das kann ich nicht mehr verantworten Ambulante Hilfe zur Erziehung und Sozialraumorientierung
Dieser Beitrag wurde unter alte Blogbeitrage veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert