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Oktober 2011
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Archive für Oktober 2011

4.11. Mahnwache Berlin

Mahnwache zur Rettung des KJHG 4.11.2011 in Berlin

Nun ist alles soweit bei uns geklärt:          kjhg.jpg
wir werden unseren Protest gegen die Verhandlungen um die Weiterentwicklung und die drohende Aushöhlung des KJHG, die bisher hinter verschlossenen Türen stattfindet, deutlich kundtun.

Am 4.11. 2011 treffen wir uns zur Mahnwache vor der Hamburgischen Landesvertretung, Jägerstr. 1-3, 10117 Berlin)

Da das Treffen dort um 11.00 Uhr beginnt, werden wir ab 10.30 Uhr vor dem Gebäude sein. Die Mahnwache ist bei der Polizei von 10.30 Uhr bis 16.00 angemeldet.

Wir werden im Vorfeld an den Hausherrn der Hamburger Vertretung, Herrn Staatsrat Pörksen schreiben und ihm unsere Forderung auf Information, Beteiligung und Mitwirkung bei diesem, uns alle betreffenden Vorgang mitteilen.

Das Schreiben werden wir hier veröffentlichen, sobald es fertig gestellt und mit der Post an Herrn Pörksen raus gegangen ist. Über evtl. Antworten werden wir ebenfalls hier informieren.

  • Wenn unser Schreiben ernst genommen werden sollte und einige von uns dazu eingeladen werden, an der Sitzung teilzunehmen, wird trotzdem weiterhin unten die Mahnwache  deutlich machen, wie ernst es uns ist mit unserer Sorge und mit unserer Empörung.
  • Wenn man uns abblitzen lässt, wird die Mahnwache alleine dafür sorgen müssen, dass die Öffentlichkeit und die Herren und Damen hinter den verschlossenen Türen, von unserem Anliegen und unseren Forderungen erfahren.

mahnwache.jpg     Bringt heißen Kaffee mit und wer braucht, eine klappbare Sitzgelegenheit. Ein bissschen Musikmachen wäre auch nicht schlecht, es müssen ja nicht nur Trillerpfeifen und Kochtöpfe sein. Wer kann, sollte sich ein Plakat oder Transparent mitbringen (nach dem Motto: “Hände weg vom Rechtsanspruch auf Erziehungshilfe”; vielleicht findet ihr ja auch was Verständlicheres). Laut Internet wird es nicht regnen und gar nicht so sehr kalt sein. Also kommt und bringt gute Laune mit.

Bisher haben Leute aus Hamburg, aus Berlin und aus anderen Ecken des Landes ihr Kommen angekündigt. Es können ruhig viele werden.

So kommt ihr zur Landesvertretung:

U-Bahnlinien U 2 bis “Mohrenstraße” bzw. U 6 bis “Französische Straße” oder mit der S-Bahn bis Bahnhof “Unter den Linden”. Nur eine Station entfernt: der U- und S-Bahnhof “Potsdamer Platz” und der U-, S- und Regionalbahnhof “Friedrichstraße”

 karte.jpg

Noch genauer hier

Aufruf: kommt am 4.11.2011 nach Berlin

Achtung!

lesen! merken! weiterleiten! verschicken!

                 - und kommen!!!!!

Am  4. 11. 2011, 11.00 Uhr  (Hamburgischen Landesvertretung, Jägerstr. 4, Berlin) sollten so viele wie möglich von uns in Berlin sein. Da tagt eine Expertenrunde der Länder und Kommunalen Spitzenverbände,  um weiter und im nächsten Schritt über den Abbau der Jugendhilfe zu beraten.

Das Unabhängige Forum (www.einmischen.com) hat seit Wochen immer wieder zu diesem Thema im Blog berichtet (Kategorie: “Aushöhlung des KJHG”)
Bisher wurden alle Schritte der politischen Szene in diesem Zusammenhang unter Ausschluss der Öffentlichkeit gemacht. Wir aber wollen hier mitreden: Hände weg vom KJHG! Hände weg vom Rechtsanspruch auf Hilfe zur Erziehung! Hände weg von einer Steuerung der Hilfen zur Erziehung!

Matthias Heintz schickt uns heute den brandneuen wie brandeiligen Aufruf:

Der Prozess der Kinder- und  Jugendhilfedemontage ist in vollem Gange

– höchste Zeit sich konkret einzumischen

 Allen Interessierten an der Kinder- und Jugendhilfe dürfte die derzeitige Entwicklung im Zusammenhang mit der seit Monaten bestehenden A-Länderinitiative bekannt sein. Inzwischen ist diese Initiative, die unter anderem die Abschaffung des individuellen Rechtsanspruches plant, die das Subsidiaritätsprinzip kippen möchte und eine Kinder- und Jugendhilfe nach dem Gießkannenprinzip jetzt auch politisch und rechtlich wasserdicht machen möchte, sehr weit vorangeschritten. Die Kommunalen Spitzenverbände und die Staatssekretäre der SPD regierten Bundesländer wollen jetzt für diesen Paradigmenwechsel auch den Bund mit ins Boot nehmen.

Am 4. November trifft sich auf Einladung des Hamburgischen Senates eine sog. Expertenrunde der Länder und Kommunalen Spitzenverbände, um diesen inhaltlichen Umbau der Kinder- und Jugendhilfe inhaltlich voranzutreiben, hinter dem sich ein massiver Qualitätsabbau unserer fachlichen Arbeit und ein Abbau an Rechtsansprüchen für Kinder und Eltern verbirgt.

Alle, die den bereits vollzogenen Qualitätsabbau in der Kinder- und Jugendhilfe als inakzeptabel betrachten, sollten sich nun gegen diese weiteren Schritte zur Wehr setzen.

 Wir sind die Fachöffentlichkeit, die sich gegen einen voranschreitenden Abbau der Qualitätsstandards und der Rechtsansprüche wehrt. Wir tun dies laut und wir tun dies persönlich. Am 4. November werden wir bei diesem Treffen der A-Länderinitiative anwesend sein und uns einmischen.

 Am 4. November um 11.00 Uhr beginnt die Sitzung eines sog. „Expertenworkshops“ (siehe Einladungsschreiben auf der Einmischen-Website www.einmischen.com  der Länder und Kommunen in der Hamburgischen Landesvertretung, Jägerstr. 4 in Berlin. Lasst uns, die Fachkräfte von der Basis, Eltern, Kinder und alle an einer qualitativ gut gestalteten Kinder- und Jugendhilfe dort erscheinen. Wir werden persönlich und konkret mitreden.

Matthias Heintz, 13.10.11

 

 Wer von euch kommen kann, sollte sich hier im Kommentar oder per mail (mech.seithe@gmx.de) melden, damit wir einen Überblick bekommen, wieviele wir sein werden.

Details zum Treffpunkt und Ablauf werden wir rechtzeitig veröffentlichen.

Link  verschicken : aufruf-zum-einmischen-am-411-kjhg.doc

Demontage des KJHG wird weiter vorbereitet

z.B. kann man es hier nachlesen:


Es gibt Leute, die halten das Ganze nach wie vor für harmlos. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass es hier dem KJHG mit seinem Rechtsanspruch auf Hilfen zur Erziehung schlicht an den Kragen gehen soll.

Dieser Rechtsanspruch ist die einzige Chance unserer Profession in der Jugendhilfe und unserer KlienteInnen, sich auf Rechte der Klientel zu beziehen und diese im Zweifel - auch gegen das Verhalten der Verwaltung  - einzuklagen.

So eine Auffassung von Jugendhilfe entspricht nicht mehr der Auffassung von sozialen Rechten des aktivierenden Staates. Wer Rechte bekommen soll, bestimmt hier der Staat. Und der hat so seine Vorstellungen.

  • Hilfen zur Erziehung werden fachlich flach gesehen, z.B. wird die Sozialpädagogische Familienhilfe betrachtet wie eine Familienstütze, die keinerlei fachlicher Kompetenzen bedarf,
  • es wird behauptet, Hilfen zur Erziehung seinen wirkungslos, was bei den miesen Bedingungen, die die Verwaltung für ihre Durchführung zum Teil zur Verfügung stellt, niemenanden verwundert,
  • sie werden gegen Angebote der sog. präventiven Jugendarbeit inhaltlich und vor allem finanziell ausgespielt. (Wenn denen Schließungen drohen, muss man das Geld eben einfach von den “fetten” Erziehungshilfen holen. Und da steht nur dieser blöde Rechtsanspruch im Wege.)
  • sie werden schon deshalb mit Mißtrauen betrachtet, weil sich nach Gesetz die inhaltlich fachliche Gestaltung der Hilfen bei freien Trägern dem direkten inhaltlichen Einfluss des Jugendamtes entzieht (nicht nur deshalb, aber auch deshalb wird die Steuerung der Inhalte über die Steuerung und Bremsung der Kosten versucht).

Ich halte diesen jetzt angelaufenen (und leider nur logischen) Versuch der Staatssekretäre für einen bösen Meilenstein in der Entwicklung der Sozialen Arbeit.
Wenn es nicht gelingt, das zu stoppen, fällt die Soziale Arbeit in die Zeit vor dem JWG zurück.

Wenn die PraktikerInnen der Hilfe zur Erzihung weiterschlafen, wird genau das passieren.

Wenn die PraktikerInnen der Jugendarbeit in das Horn der Politik blasen und sich gegen die Hilfen zur Erziehung stellen, werden sich die die Hände reiben, die schon lange versuchen, die Soziale ARbeit mit “teile und herrsche” klein zu halten.

Wenn wir nicht mehr wissen, dass wir alle in ein und derselben Profession tätig sind, dass Soziale Arbeit nicht das eine oder das andere ist, sondern ein komplexes Gefüge von Ansätzen und Arbeitsfeldern darstellt, in denen grundsätzlich die gleichen Ziele und gesellschaftlichen Aufgaben anstehen, der leistet in dieser Frage Unterstützung und beteiligt sich an der Demontage nicht nur des KJHG sondern der Jugendhilfe insgesamt.

Filmbeitrag zur kritischen Sozialen Arbeit

Der Tagungsfilm der Tagung  AUFSTEHEN  WIDERSPRECHEN  EINMISCHEN  vom Juni diesen Jahres ist fertiggestellt

wap1070355.jpg

Vorspann:

Es wird Zeit, dass Soziale Arbeit anfängt, sich gegen die ihr seit Jahren zugefügte Vermarktlichung, gegen ihre fortschreitende Deprofessionalisierung sowie gegen die menschenverachtenden, sozialpolitischen Entwicklungen in unserer Gesellschaft zur Wehr zu setzen.
Deshalb haben wir diese kritische Tagung ins Leben gerufen.
150 SozialarbeiterInnen aus allen Ecken Deutschlands kamen am 17.6.2011 nach Berlin, weil sie nicht länger zusehen und schweigen wollen …

Ihr könnt ihn euch ansehen unter www.einmischen.com , Tagungsrückblick/Film

oder direkt zum Film

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