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Vetrauen ist gut, Kontrolle ist besser?!

Heute habe ich erfahren, dass ein kooperierendes Sozialamt die Zahlung der Fachleistungsstunden verweigert.

Die Begründung : man könne ja nicht kontrollieren , ob die Termine und Gespräche tatsächlich statt gefunden haben und Klienten könne man ja auch nicht trauen…

Arbeitsverhältnisse:Bedingungen verbessern oder besser ablehnen?!

Ich habe das, was man als prekäres Arbeitsverhältnis bezeichen kann.

Trotzdem bin ich sehr zufrieden, da ich an meinen Arbeitsplatz auf Misstände hinweisen kann, fachliche Reflexion ist möglich und wird bezahlt, fachliche Weiterentwicklung und Psychohygiene ist möglich und wird gefördert. Ich habe eine gute Teamatmosphäre und die Arbeit macht mir Spaß.

Allerdings frage ich mich, ob ich ungünstige Arbeitsverhältnisse durch das Annehmen solcher Arbeitsverträge nicht auch immer wieder unterstütze…

Und es zuckt sich doch was!

Hier nun endlich mal ein lange überfälliger Rückblick von meiner ersten DBSH Landesmitgliederversammlung.

Ich war zuerst ein wenig enttäuscht, weil im entsprechenden Bundesland von rund 90  Mitgliedern weniger als 10 anwesend waren.

Allerdings waren die Diskussion und die besprochenen Themen wirklich ansprechend und treffend. Da es bei dem Treffen auch um den Haushaltsplan ging, konnte sofort eine Projektgruppe zum Thema “mangelnde Reflexionsmöglichkeite” an Arbeitsplätzen gegründet und mit finanziellen Mitteln ausgestattet werden.

Ein paar mehr aktive Mitglieder könnten bestimmt noch mehr bewegen :)

Sagen sie den Sozialarbeitern doch mal…

…so fing ein Satz eines Arztes an.

Ich finde das Ganze spricht für sich…

Trotzdem bin ich leider immer wieder ein wenig schockiert, wie wenig andere Professionen von der Sozialen Arbeit wissen oder halten. Egal wie viel Fachlichkeit man jemanden entgegen bringt, und egal wie wenig Fachlichkeit jemand aus der eigenen Profession zeigt.

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  • Kommentare kann jeder Leser schreiben (Link unter jedem Beitrag “x Kommentare”; die Kommentare werden von mir (bzw. von den Autoren und Herausgebern) frei geschaltet
  • Beiträge (einschließlich der Zuordnung zu Kategorien) können von allen Autoren geschreiben werden. Die entsprechenden Kommentare werdenvon den Autoren verwaltet und frei geschaltet.
  • Seiten; neue Seiten und ERgänzungen zu Seiten können nur Herausgeber schreiben

 

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“Wieso macht eigentlich keiner unserer Profs einen Blog zu diesen Fragen……?”, hörte ich plötzlich eine Stimme auf der CD fragen, auf der wir die Arbeitsgruppen-Diskussionen unserer “Zukunftswerkstatt Soziale Arbeit” mit geschnitten hatten.

Ein Blog wurde also gewünscht, wo man sich informieren und diskutieren könne, wo man Kontakt bekäme mit anderen Studierenden aus anderen Städten, mit PraktikerInnen, die über ihre Probleme in der Praxis berichteten.

O.K., ich liebe Bogs und habe mit diesem Gedanken seit Monaten gespielt: Parallel zur Entstehung meines Buches “Schwarzbuch Soziale Arbeit - Der Staat verkauft seine Kinder” nämlich könnte ich so eine Diskussions- und Informationsplattform leicht ins Netz stellen.

Und genau das werde ich hier jetzt tun.


Meine Absicht ist es, hier nicht alleine meine Gedanken  niederzulegen, und nur die Kommentare meiner Leser entgegen zu nehmen. Ich stelle mir vor, dass ich weitere KollegInnen unserer Fachgruppe Soziale Arbeit zur Mitarbeit  gewinnen kann und  auch Studierende als Autoren mitmachen könnten.

 

Wie kann das laufen?
Es gibt zwei Möglichkeiten:

Zum einen könnte ich diese Idee nun mit allen möglichen Interessenten ausdiskutieren, die Zusammenarbeit und den ganzen Ablauf organisieren und dabei vielleicht eine große Bürokratieblase erzeugen. Der Blog würde vielleicht Ostern erscheinen können.
Die Alternative ist: Ich fange einfach mal an. Und zwar gleich.

 

Ich habe erst einmal alte Beiträge aus meinem Blog “meinglashaus” übernommen, die schon zum Thema Soziale Arbeit existieren.

Ansonsten werde ich hier Gedanken, Fragen, Meinungen, Infos reinstellen, die für alle Leute interessant sein könnten, die  über die gegenwärtige und zukünftige Situation der Sozialen Arbeit in Deutschland diskutieren und nachdenken möchten. Auch für die, die daran vielleicht etwas ändern wollen.

Ich denke dabei natürlich zu allererst an unseren Fachbereich und z.B. die 30 Leute, die mit mir und K.A. die Zukunftswerkstatt gemacht haben.

 

Aber wie kommt ihr ins Geschäft, wie könnte eure Mitarbeit aussehen?

Über die Blogrollfunktion, die Kommentare und die Verlinkungen  könnte  allmählich ein brauchbares Diskussionsmedium entstehen.

Aber ich stelle mir mehr vor:

Wenn ihr Autoren des Blogs werdet, könnt ihr selbständig eigene Beiträge, Fotos etc. reinstellen und damit eure ganz eigenen Themen zur Sache lostreten und dann natürlich die entsprechenden Kommentare selber verwalten.

Der oder die (Mit)-Herausgeber könnten außerdem außer Beiträgen noch “Seiten” schreiben. Das sind die Seiten links oben im Seitenmenü, die stehen bleiben und nicht chronologisch fortgeschrieben werden. Außerdem können Herausgeber die “Blogroll” anreichern, also das Blog mit anderen Blogs oder Internetseiten verlinken.

 

Das Blog könnte so  neben seiner Funktion als Diskussions- und Austauschmedium gleichzeitig Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerkarbeit sein - wenn ihr mitmacht. Also: Was is???

 

Wenn nicht, bleibt es eben mein eigener, kleiner Blog, der meine Arbeit begleitet. Schade, aber auch nicht übel.

 

 

Das Angebot steht

übernommen aus dem laufenden Blog (Beitrag vom 27.11.2008)

Nun steht mein Blog seit vorgestern im Netz und die Reaktionen  ist ziemlich verhalten. Deshalb noch ein paar Infos, die offenbar bisher nicht so recht rüber kamen.

  • Ich, Mechthild Seithe, habe das Blog (man darf auch den Blog sagen) in die Welt gesetzt. Das dazu, weil mich gestern eine mail mit dem Hinweis erreichte, es gäbe doch schon ein Blog mit der URL: www.zukunftswerkstatt-soziale-arbeit.de. Das also ist genau diese hier.
  • Wer kommentieren möchte, klicke am Ende des zu kommentierenden Berichtes den Link “kein Kommentar” an. Später steht dann da vielleicht “8 Kommentare”).Es geht eine Maske auf, in die ihr euren (Nick)-Namen, eure FH mail-Adresse (bzw. sonstige email-Adresse; eine eigene URL muss man nicht haben und nicht angeben, es sei denn man möchte es tun) eintragen  könnt und dann eine hochkarätige Matheaufgabe im Sinne 1+1 lösen müsst. Das will mein SPAM-Filter so. Dann kommt der Kommentar in das entsprechende Feld, dann abschicken. Der Kommentar kommt zu mir und ich schalte ihn schleunigst frei.
  • Dies ist ein privates Blog, kein offizielles Blog der FH oder so etwas. Ich möchte mir und möglichen Mitautoren die Freiheit erhalten, uns unabhängig von unserem “Verein” äußern zu dürfen und zu können.

Sollte sich perspektivisch jemand finden, der als Autor oder gar Herausgeber mitmachen will, dann kann der auch eigene Beiträge reinstellen und wiederum die Kommentierungen seiner Beiträge selber verwalten.

Das Angebot steht.

 

Bundesfreiwilligendienst 2. Teil

Worum geht es?

Anknüpfend an den bestehenden Freiwilligendienst soll ein Bundesfreiwilligendienst an Stelle des bisherigen Zivildienst geschaffen werden.
Dieser Dienst eröffnet keinerlei Arbeitsverhältnis, soll aber für alle Altersgruppen geöffnet werden.
Argumentiert wird, dass freiwillige, insbesondere freiwillige soziale Arbeit  eine Chance für junge Menschen sei und eine Chance für die Gesellschaft.

Was ist von diesem Gesetz zu halten?

a)      Allem Anschein nach handelt es sich hier offensichtlich um ein Gesetz zur Förderung von Freiwilligenarbeit.
Keine Frage: Freiwilligendienste sind wichtig und hilfreich, wenn es darum geht, junge Menschen bei ihrer persönlichen und beruflichen Orientierung zu helfen, ihre Sensibilität zu wecken für soziale Problemlagen und so fort. Das alles ist hier vielfach gesagt worden und ich stimme zu.
Der Wunsch, diesen Dienst auszuweiten und mehr jungen Leuten diese Chance zu geben, ist in Ordnung und sinnvoll. Ideen und Gedanken, wie er weiter verbessert werden könnte, wurden hier diskutiert. Ich schließe mich auch solchen Vorstellungen weitgehend an.

b)      Nun war der Zivildienst, dessen Wegfallen dieses Gesetz ausgelöst hat, etwas ganz anderes als ein Freiwilligendienst:
Er war gedacht als Alternative zum Wehrdienst und hatte mit Freiwilligkeit nicht viel zu tun. Zivildienst war immer Zwangsdienst. Freiwillig war nur die Entscheidung für die andere Alternative.
Ursprünglich war der Zivildienst als Abschreckung gedacht. Es ging weniger um die Aufgabe selber als vielmehr darum, dass sie für junge Leute möglichst wenig attraktiv wirkte.
Im Laufe der Zeit war allerdings eine Situation entstanden, in der der Zivildienst eine Säule unseres Sozialsystems geworden war, die nicht mehr weg zu denken war.

c)      Da nun mit der Bundeswehrpflicht auch der Zivildienstdienst weg fällt, steht die Gesellschaft vor mehreren Problem:

  •  Es gibt mit einem Schlag 50 000 zusätzliche Studien- und LehrstellenanwärterInnen,
  •  Es fehlt mit einen Mal eine große Anzahl von fest eingeplanten Helfern in der Pflege und im Sozialen Bereich, und das, während im Pflege- und Sozial und Jugendhilfebereich seit langem– unter der Maßgabe zu knapp bereitgestellter Ressourcen und Kassen und der jede Fachlichkeit dominierenden Effizienzpolitik Stellen eingespart und notwendige neue Stellen auch bei Problemzunahme und Zunahme der Anzahl der Klienten nicht geschaffen werden.
  •  Es besteht zum Dritten das Ziel, den Zivildienst ebenso wie den Wehrdienst als Option in petto zu behalten. Deshalb sollen die Strukturen nicht zerschlagen werden (z.B. die Zivildienstbildungseinrichtungen sollen weiter erhalten bleiben.

Das Bundesfreiwilligendienstgesetz versucht nun ganz geschickt diese Probleme sozusagen „alle auf einen Streich“ zu lösen:

  • Um die alten Bundeswehrstrukturen erhalten zu können, klinkt man sich konzeptionell und scheinbar auch organisatorisch beim bestehenden Freiwilligendienst ein. Der BFD soll aber nicht Teil der bisherigen Freiwilligendienste werden, sondern mit einer eigenen Struktur daneben bestehen bleiben. Das hat gravierende Folgen für die Betroffenen und für die Freiwilligenlandschaft.
  •  Junge Leute, die auf einen Lehr- oder Studienplatz warten müssen, werden so in Warteschleifen einstweilen beschäftigt. Das erspart den Ausbau der Hochschulkapazität und verschleiert den sich vermutlich verschärfenden Lehrstellenmangel.
  • Das durch den Wegfall der vielen Zivis entstehende Loch im Sozialen Bereich soll mit Freiwilligen gestopft werden, womit scheinbar eine Kontinuität zur früheren Situation hergestellt werden kann.

         Folgende Hintergründe und Folgen sind anzunehmen:

  • Es geht darum, eine möglichst kostengünstige Lösung der Probleme der Sozialen Infrastruktur zu finden.
  • Es entsteht durch den BFD – mal wieder mal - ein neuer Billigarbeitsmarkt.
  • Mit dem BFD etabliert man einen neuen Niedriglohnbereich im Sozialen Feld
  • Es geht der  herrschenden Politik darum, fachliche Aufgaben von Pflege und Sozialer Arbeit zu Tätigkeiten zu erklären, für die man keinerlei Qualifikation braucht und die deshalb auch keine Kosten erzeugen darf.

Menschliche Solidarität ist zweifellos wichtig. Und es scheint vielen absurd, etwas dagegen haben zu können, dass etwas dafür getan wird, dass Menschen sich noch mehr ehrenamtlich engagieren. Solidarität kann aber nicht wirklich gefördert werden, wenn sie der herrschenden Ideologie widerspricht. Erfolgversprechender wäre es hier also, diese Ideologie deutlich infrage zu stellen.

Es besteht der Verdacht, dass sich die neoliberale Ideologie mit diesem Gesetz zum einen Sympathien verschaffen will, indem sie sich erstens als warmherzig und menschlich anbiedert.

Zum zweiten ist die ehrenamtlich geleistete pflegerische und soziale Arbeit für den Staat das kostengünstigste Modell überhaupt.

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