„Sie haben mich gerettet“
„Sie haben mich gerettet“, sprach mich eine der ZuhörerInnen in Basel an. Sie meinte mein Buch. Es hätte sie ermutigt, zu kündigen. Sie sei im Allgemeinen Sozialdienst beschäftigt gewesen, mit 120 Fällen, sei überfordert gewesen und krank geworden. Sie habe immer versucht, mit ihren Klienten zu sprechen, sie zu beraten, sie zu unterstützen. Aber das gab die Zeit nicht her und es war auch nicht gewollt. „Du hast halt die Administration nicht drauf“ , wurde ihr gesagt. „Du willst beraten. Das ist nicht unsere Aufgabe.„
Sie hat geglaubt, sie würde etwas nicht können, läge mit ihrem Ansatz nicht richtig. Durch mein Buch, so sagte sie, habe sie begriffen, was da falsch läuft und dass sie das nicht mitmachen will. Sie hat endlich gekündigt.
Jetzt geht es ihr viel besser. Sie hat nur noch 12 KlientInnen, um die sie sich kümmern kann und bei denen Sie merkt, dass sie wirklich Unterstützung leistt. Sie darf jetzt mit ihnen arbeiten, sie beraten und dafür sorgen, dass sie besser klar kommen.
Allerdings – ihre Aufgabe bestehe nur darin, diese Menschen wieder arbeitsfähig zu machen. Ihr ihr sei die Begrenzung ihrer neuen Aufgabe sehr bewusst. Ihr sei klar, dass sie auch jetzt voll im politischen System eingebunden sei. Aber noch lasse man ihr die Zeit und die Möglichkeit, in diesem Kontext – sozusagen subversiv – wirklich Soziale Arbeit zu machen und sich – zu mindest in Ansätzen- ganzheitlich um die Probleme der Mesnschen zu kümmern.
Liebe Melina, ganz spontan und auf die Schnelle: Wer mein neues Buc liest, wird dort gerade zu diesem Thema viel…