bei PISA nichts Neues

Als 2001 der erste PISA-Test Deutschland schockierte, war es am allerwenigsten diese Nachricht:
„In kaum einem anderen vergleichbaren Land ist der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulleistungen so groß.“
Und heute heißt es : „In Deutschland beträgt der Leistungsunterschied zweier Schüler mit einem ähnlichen Hintergrund im Extremfall über zwei Schuljahre – je nach dem, ob sie auf eine Schule mit einem sozial günstigen oder ungünstigen Umfeld gehen. In keinem anderen Land hat dieser Faktor einen derart starken Einfluss.“
Das bedeutet doch, in keinem der 65 Ländern ist die Gesellschaft so wenig darum bemüht, den Kindern eine Chance zu geben, die aus sozial benachteiligten Familien, aus problematischen Milieus kommen.  Unsere Schullandschaft reproduziert die bestehende soziale Ungleichheit seit Jahrzehnten und verschärft sie noch. Die Gesellschaft wird immer mehr gespalten. Demnächst oder auch heute schon gibt es die guten Migranten, die sich integrieren, deren Kinder aufgeholt haben und die, die sich zu denen gesellen, die  außen vor  bleiben.

Alle lächeln und freuen sich scheinheilig darüber, dass die SchülerInnen in Deutschland angeblich nun in der ersten Liga spielen.
Und wieso kümmert keinen dieses Armutszeugnis der hoch signifikanten Abhängigkeit von Milieu und Schulleistung? Die Bundesregierung spricht vom zukünftigen Bildungsland Deutschland. Es soll viel getan werden?

Für wen?

Über m.s.

Ich war 18 Jahre Professorin für Soziale Arbeit an der FH Jena (Methoden, Hilfen zur Erziehung, Schulsozialarbeit). Davor war ich 18 Jahre in der Praxis. Studiert habe ich Psychologie in Münster und Soziale Arbeit in Frankfurt a.M. Bücher: Schwarzbuch Soziale Arbeit Engaging Hilfe zur Erziehung zwischen Professionalität und Kindeswohl Das kann ich nicht mehr verantworten Ambulante Hilfe zur Erziehung und Sozialraumorientierung
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