Roman: Das war gestern, Ackermann!

Annerose braucht Hilfe
Es war Juni, als abends das Telefon klingelte. Dieter ging ran. Eine angestrengte tiefe Stimme meldete sich: „Hier ist Annerose Berger. Kann ich Suse mal sprechen?“
Dieter brauchte einen Moment, dann begriff er, dass das Suses Schwester sein musste.
„Einen Augenblick, ich hole sie“, sagte er höflich, legte den Hörer hin und ging in die Küche, wo Suse abwusch.
„Suse, ich glaube, deine Schwester ist am Apparat, komm doch mal!“
Suse ließ erschrocken die Spülbürste ins Becken fallen und wischte sich die Hände an ihrer Jeans ab. „Bist du sicher? Die hat doch noch nie hier angerufen!“
Sie nahm den Hörer in die Hand und meldete sich. Dann starrte sie ein paar Sekunden lang wie versteinert in die Luft, bis sie sagte: „Gut, Annerose, ich komme sofort. Bleib, ganz ruhig. Ich beeile mich.“
„Was ist los? Was ist passiert!“, fragte Dieter, als er das tiefernste Gesicht von Suse sah.
„Meine Schwester ist in ihrer Wohnung gestürzt. Sie kann nicht aufstehen. Wahrscheinlich hat sie sich was gebrochen. Ich fahre hin und helfe ihr. Vielleicht müssen wir einen Krankenwagen besorgen. Vor allem muss ich sie erst mal vom Boden hochkriegen, sie ist kein Leichtgewicht.“
„Ist sie nicht viel zu schwer für dich? Ich komme mit. Mit dem Auto sind wir außerdem schneller. Zu zweit kriegen wir das besser hin.“
Suse warf ihm einen überraschten und dankbaren Blick zu.
Annerose lag in der Küche auf dem Fußboden. Sie seufzte erleichtert auf, als die Hilfe anrückte. Sie hatte die Küche gewischt, der Eimer stand noch da, und war anscheinend auf dem glatten Boden unglücklich ausgerutscht und noch unglücklicher gelandet.
„Hallo“, grüßte Dieter. „Ich bin mitgekommen, falls Suse das vielleicht nicht allein schafft.“
„Meinen Sie! Da wollen wir doch mal sehen, ob so ’n Männeken wie Sie das schafft.“ Annerose grinste, doch gleichzeitig verzog sie ihr Gesicht vor Schmerz.
„Annerose, wie kannst du nur?“, fuhr Suse ihre Schwester an und Dieter bat sie: „Nimm es ihr nicht übel. Sie hat wohl große Schmerzen!“
Dieter verzog keine Miene.
„Wenn ihr mal versuchen würdet, mich so weit anzuheben, dass ich zum Sitzen komme, kann ich ausprobieren, ob ich mein Bein noch bewegen kann.“ Annerose klang jetzt ziemlich gefasst.








nche sagen, über Soziale Arbeit könne man keine Romane schreiben, die sei doch viel zu langweilig…
Liebe Ann-Christin Gericks, so macht dieser Beruf keine Freude, nicht wahr? Aber denoch bin ich erfreut, dass sie schreiben, dass…