Roman: Das war gestern, Ackermann!

Sie nennen ihn Dinosaurier
Der Juli ging dahin. Dieter sah Hannes in dieser Zeit nur ein, zwei Mal von weitem. Er ging ihm bewusst aus dem Weg und Hannes schien sich mit seiner Weigerung, ihn bei der Aufdeckung der Informationen über die Aktivitäten ihres Trägers in der Nazizeit zu helfen, abgefunden zu haben. Dieter hatte genug zu tun mit seinen Klienten und allmählich vergaß er die Geschichte.
Es war schon Ende des Monats, als Dieter an einem Mittwochabend seine Sachen packte, um am nächsten Morgen zu einer Fortbildung zu fahren. Der Chef der Beratungsstelle hatte ihn gebeten, daran teilzunehmen. Dieters Begeisterung hielt sich in Grenzen. Es ging um das Thema Fallmanagement. Dieter hatte schon oft davon gehört. Diese Methode wurde in den Jobcentern praktiziert. Verrückterweise verkaufte man das Konzept als partizipative Methode der Beratung. Lächerlich, fand Dieter.

Für die Erfinder dieser Beratungsmethode bestand die Partizipation offenbar darin, dass die Arbeitslosen an Ende des Beratungsgespräches eine Vereinbarung unterschreiben mussten, die der Berater aufgesetzt hatte. Wenn sie nicht unterschrieben, wurde ihnen das als mangelnde Kooperationsbereitschaft ausgelegt und es floss für sie kein Arbeitslosengeld. Was soll diese Methode in unserem Arbeitsfeld, der Lebensberatung, fragte sich Dieter nervös. Und warum will Friedhelm gerade mich dort hinschicken? Aber das hatte doch wohl keinen besonderen Grund, beruhigte er sich schließlich.









„Soziale Arbeit und Neoliberalismus heute“ ist ein Buch, auf das ich schon lange gewartet habe, weil genau diese Entwicklung seit…